Reiseplanung

Reiseplanung für Europa – Allgemeine Tipps

Der Jänner ist für uns die beste Zeit zur Reiseplanung. Dabei lassen wir unsere eigenen Erfahrungen, jene unserer Kunden und Informationen von einschlägigen Webseiten einfließen. Lest hier, was Wohnmobilisten in Europa allgemein erwartet.

Wir nehmen für die Reiseplanung an, dass ihr euch mit den Gepflogenheiten für eine Wohnmobilreise in Deutschland oder Österreich auskennt. Deswegen werfen wir hier einen Blick auf andere beliebte Reiseländer.

Kilometer abspulen

Neben zahlreichen Kurzreisen sind wir auch für längere Zeit unterwegs. Dabei staunten wir jedes Mal über die Kilometerleistung: 3.500 km je Trip sind keine Seltenheit. Mit dieser Zahl bewegen wir uns auch im Mittelfeld der klassischen Wohnmobilreisen, die exakt 3.678 km lang ist.

Interessant finden wir auch die Angabe, dass sich bis 49-Jährige mit rund 2.900 km je Reise zufrieden geben, die 50 Plus Generation aber flotte 3.800 km je Wohnmobiltour anstrebt. Ach ja, und Promobil fand neben diesen Angaben noch heraus, dass ein eigenes Reisemobil im Schnitt 11 Wochen pro Jahr genützt wird, und man dabei 11.200 km zurück legt.

Diese Zahlen schafft unsere Redaktion allemal. Deswegen sollte es auch euch nicht überraschen, wenn ihr für längere Reisen gerne mal an die 4.000 km kalkuliert.

Frankreich

Viele unserer Kunden fahren mit dem Wohnmobil nach Frankreich. Kein Wunder, denn dieses Land hat eine lange Campertradition. Frankreich ist eben die „Grande Nation“ der Reisemobile. Und deswegen wirst du dich dort auch über ein dichtes Netz an Stellplätzen und Campingplätzen freuen. Rund 2.000 Stellplätze und 10.000 Campingplätze stehen zur Wahl. Da ist bestimmt etwas für deine Reise dabei.

Unsere Kunden schätzen an Frankreich vor allem den Norden: die Normandi und Bretagne. Dabei dürfen natürlich Paris und die Loire nicht fehlen. Auch mit dem Hund ist eine Wohnmobilreise in Frankreich problemlos möglich.

Tipp: Wenn eine längere Reise geplant wird, überlegen, ob man den Norden Frankreichs mit Südengland kombiniert. So etwas bietet sich an. 😉

Italien

Auch Italiener lieben das Reisen mit dem Wohnmobil. Sichtbar an den vielen Fahrzeugen jeglichen Alters, die im Sommer beinahe in jedem Winkel des Landes unterwegs sind. Aus diesem Grund findet man auch zahlreiche Stellplätze in den Ortschaften und Städten, und auch am Land. Und wir entdeckten sogar Plätze, wo man frei campen kann, wie jenen am Lago di Campotosto in den Abruzzen.

Für deine Reiseplanung kannst du in Italien auch mit einem gut ausgebauten Netz an Camper-Service Stellen rechnen. Beinahe lückenlos ist die Versorgung mit Wasser, Strom und Chemie-WC Entleerung an den Raststätten entlang der italienischen Autobahnen. Dort kannst du während der Anreise auch fürs Ausschlafen stehenbleiben.

Sardinien

Das Insel-Italien lockt mit grandiosen Landschaften und Menschen. Und dabei hat Sardinien seinen Charme als Camper-Insel der 1970er Jahre durchaus noch bewahren können. Vorausgesetzt, du nimmst dir Zeit und gondelst übers Land. Von den Küsten in die Berge und wieder retour.

Zwei Wochen raten wir dir als Mindestaufenthaltsdauer auf Sardinien. Weil es soviel zu sehen gibt. Und traue dich ruhig zu den Einheimischen. Lass dich auf sie ein, frage sie, was du unbedingt sehen solltest oder wo man gut essen kann. Dabei helfen dir natürlich Italienisch-Kenntnisse weiter. An den Campingplätzen der Küste wird aber auch Deutsch gesprochen.

Natürlich kommst du mit dem eigenen oder gemieteten Wohnmobil nur mit der Fähre nach Sardinien. Die Überfahrt kannst du aber in unserem Reisebüro Happy Ferien buchen. Dort findest du auch mehr als 50 Campingplätze, um sie für deine Reise einzuplanen.

Slowenien

Das kleine Nachbarland im Süden von Österreich werden viele Womofahrer nur von der Durchreise kennen. Stau am Karawankentunnel, in Laibach oder an der Grenze zu Kroatien, diese Erlebnisse bleiben bei vielen Reisenden hängen. Sie täuschen aber über dieses schöne Reiseland hinweg.

Wir raten euch, fahrt übers Hinterland. Die Straßen sind zwar kurvig aber gut ausgebaut. Das gilt auch für Passstraßen. Und die zahlreichen Campingplätze gibt es überall dort, wo sich Slowenien wie eine Postkarte präsentiert.

Eine fahrerische Herausforderung stellt übrigens die Route über den Vrsicpass von Krajnska Gora ins Socatal dar. Unser Tipp: Nix für große Womos und Hosenscheißerchen, ideal jedoch für den Campervan, Kastenwagen oder einen kleinen Kompakten. 50 Kehren warten auf euch. An die Arbeit, Leute!

Kroatien und Montenegro

Im Stammland von Gebetsroither kannst du für deine Reiseplanung auf eine Vielzahl an Stellplätzen zurückgreifen. Eine attraktive und zahlreiche Infrastruktur findest du an der Küste und auf den Inseln vor. Im Hinterland werden Stell- und Campingplätze weniger. Dazu kommt, dass die Straßen im Hinterland, je weiter man sich in Richtung Osten bewegt, schmaler werden.

Auf zahlreichen Campingplätzen an der Küste kann man auch vor der Einfahrt stehen bleiben. Und so die Parkmöglichkeit zum Ausschlafen nützen, wenn man auf Durchreise ist.

Die Autobahnen und Straßen an den Küsten sind sensationell gut ausgebaut. Auch die Fähren auf die Inseln können so bequem genützt werden wie anderswo die U-Bahn.

Skandinavien und der Norden

Der europäische Norden ist ein beliebtes Reiseland für Wohnmobilfahrer.  Angeblich hat Finnland vor Schweden die höchste Wohnmobildichte in Europa. Was zur Hölle macht Camping in diesen kühl-kalten Ländern eigentlich so attraktiv, ist man geneigt zu denken. Es ist die Landschaft, die Weite und Freiheit und vermutlich auch der Norden für sich, dass so viele Menschen zumindest einmal in ihrem Leben ihr Wohnmobil nach Skandinavien bewegen wollen.

Also werdet ihr dort eine große Zahl an naturnahen Campingplätzen finden und viele, viele Stellplätze. Übrigens: Freies Stehen ist in Skandinavien (noch) erlaubt. Das Wohnmobil am Straßenrand auf unkultiviertem Land zum Campen aufstellen ist in Finnland, Schweden und Norwegen erlaubt.

Tipp für die Überfahrt nach Schweden oder Norwegen. Angeblich ist es günstiger, die Nachtfähre zu benützen. Tagsüber sollen die Preise höher sein. Es soll sich also lohnen, abends auf die Fähre zu fahren.

In Dänemark kannst du Raststätten und Parkplätze für einen kurzen Aufenthalt nützen, solange dies nicht ausdrücklich verboten ist. Ansonsten heißt es, Campingplatz ansteuern.

Überall, wo es nicht ausdrücklich verboten ist, kann man auch in Estland, Lettland und Litauen frei campen. Das ist doch eine gute Nachricht für deine Reiseplanung, oder?

In Island ist generell das freie Stehen mit dem Wohnmobil nicht erlaubt. Fragt man aber bei dem Besitzer eines privaten Grundstückes, dann wird er es dir bestimmt erlauben. Isländer sind ein gastfreundliches Völkchen. 😉

Großbritannien, Schottland und Irland

Gleich vorweg: Es kann eng werden auf britischen und auch schottischen Landstraßen. Unser Gastblogger Ralf hat sich seinen linken Außenspiegel in Schottland demoliert.

Ach ja, und ihr müsst hier natürlich LINKS fahren. Versteht sich doch, oder? 😉 Den Linksverkehr bekommt man aber schnell heraus. Ansonsten heißt es, die Insel ist ein super schönes Reiseland und für eine Wohnmobil-Reise ideal geeignet. Zeit lassen, raten wir. Es gibt zuviele schöne Plätze.

Wildes Campen ist in Schottland übrigens gerne gesehen, vorausgesetzt man holt sich fürs Stehen mit dem Wohnmobil die Erlaubnis vom Besitzer eines Privatgrundstückes. Selbiges gilt auch für Irland.

Benelux-Staaten

Unsere Erfahrung zeigt: Holländer lieben das Camping. Genauso wie  Belgier und Luxemburger. In diesen Ländern gibt es auch eine hohe Dichte an Wohnmobilen und Wohnwagen. Dementsprechend gut ausgebaut ist die Infrastruktur fürs Camping.

An der Nordsee wirst du für die Reiseplanung wunderschöne und luxuriöse Campingplätze vorfinden. Im Landesinneren ist das Camping auf Wiesen bei Bauernhöfen oder an Yachthäfen beliebt.

Allgemeine Tipps für die Reiseplanung

Hinterlasse keinen Müll und bewege dich rücksichtsvoll. Das ist wohl das Wichtigste für deine Reiseplanung. Soll heißen, zerstöre nicht die Natur beim Camping und plane deine Reise so, dass du das Land respektvoll bereist.

Zum Wildcampen noch einen Nachsatz: dieses ist in Osteuropa verboten. Für Touren nach Slowenien, Ungarn, Kroatien, Griechenland, der Slowakei und Tschechien könnt ihr es einfach vergessen. In Polen wird es noch toleriert.

Zusammenfassend noch ein letzter Tipp für eure Reiseplanung:

Ein wenig die Sprache deines Reiselandes zu sprechen, wird dir so manche Türe öffnen. Türen zu interessanten Destinationen und sensationellen Menschen und ihrer Lebensart. Traue dich also zu den Leuten deines Reiselandes.

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Weiterführende Links zu diesem Beitrag:

Stellplätze und Fähren buchen

Wohnmobile mieten in Weißenbach, Hagenbrunn, Timelkam

Campingvorlieben in Europa

Wildes Campen in Europa – Richtlinien

Stellplatzinfo

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Britische Inseln, Reiseberichte von Ralf

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