Bratislava, Adventmarkt

Bratislava – „Bitte kommen Sie wieder!“

Der Titel verrät es schon, wo die Redaktion am vergangenen Wochenende war: in Bratislava. Ihr wollt wissen, was dieser Ausflug mit Gebetsroither zu tun hat? Hier die Antwort dazu.

Schon am Caravan Salon in Wels kündigten wir etwas Neues an. Einen neuen Service für Kunden von Gebetsroither, die ein Wohnmobil mieten. Wir werden nämlich immer wieder  mit ähnlichen Fragen konfrontiert:

  • Wohin fährt man dann mit dem Wohnmobil?
  • Welche Routen eignen sich für Wohnmobil-Anfänger?
  • Wie läuft das mit dem Campingplatz und Übernachten im Wohnmobil?
  • Wo kann man mit dem Wohnmobil stehen bleiben und parken?
  • Was sollte man sich unbedingt ansehen?
  • Welche Regionen können Sie besonders empfehlen?

Cruising-Europe, ein Tour-Guide ab 2017

Diese Fragen nahmen wir für den Tour-Guide „Cruising Europe“ zum Anlass. Diese Tourenhilfe soll ab  2017 bei der Wahl einer erlebnisreichen Wohnmobil-Reise behilflich sein. Und damit die Tourenvorschläge von „Cruising Europe“ auch richtig gut funktionieren, müssen wir diese selbst kennen. Deswegen sind wir von der ReisenMobil-Redaktion auch so oft unterwegs.

Was erkunden wir auf solchen Touren?

  • Stellplätze, Campingplätze, Sehenswürdigkeiten
  • und die dazugehörenden Parkmöglichkeiten für Wohnmobile,
  • für Wohnmobil geeignete Routen und Straßen,
  • sehenswerte Landschaften und  landestypische Kulinarik
  • attraktive Ausflugsziele für Solo-, Paar- und Familienreisen.

Der „Cruising Europe“ Tour-Guide soll schließlich das Landestypische präsentieren. Sodass man sich als Reisender mühelos im Reiseland bewegt. Eine „Cruising Europe“-Tour soll das gewisse Feeling vermitteln, damit man am Ende sagen kann: „Das war wirklich sehenswert, eine tolle Reise, wunderbar!“

Panorama Bratislava Brücke Ufo
Brücke über die Donau mit Ufo (Restaurant im Turm). Blick vom Burgberg in Bratislava.

Destinations-Check Bratislava

Also war die ReisenMobil-Redaktion zum Destinations-Check  am vergangenen Wochenende in Bratislava. Und wie es der Zufall so wollte, begann dort genau an diesem Wochenende auch der Weihnachtsmarkt. Einem interessanten Kurztrip stand damit nichts mehr im Wege.

Zentrum im Vierländereck

Bratislava (zu deutsch Pressburg) liegt nur wenige Kilometer von Wien entfernt im Dreiländereck Österreich, Slowakei, Ungarn. Damit ist Bratislava auch die einzige Hauptstadt der Welt, die an mehr als einen Nachbarstaat grenzt. Und mit nur 55 km nach Wien ist sie auch jene Hauptstadt mit dem geringsten Abstand zur nächsten in Europa.

Wusstet ihr, dass sich Wien und Bratislava als „Twin City“ bezeichnen und den Mittelpunkt der seit 2003 in Kittsee beschlossenen Europaregion Centrope bilden? Einem Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturverbund im Vierländereck Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn.

Windpark, Bratislava
Der Windpark am Horizont liegt in Österreich. Blick vom Burgberg in Bratislava. Im Vordergrund die Donau.

Kaiserstadt der Monarchie

Lässt man sich voll und ganz auf das Panorama von Bratislava ein, so erhält man ein Gefühl von Centrope. Am Horizont heben sich die Silhouetten der österreichischen Windparks im Abendlicht ab.  Linker Hand ist der Blick frei ins Ungarische, rechts und dahinter nach Tschechien. Man spürt richtig, wie das Leben zu Füßen des Burgberges pulsiert. Markanter Blickfang direkt an einer der Donaubrücken: das Ufo, ein Restaurant mit Preisen, so spektakulär wie der Turm selbst.

Die Hauptstadt der Slowakei befand sich in historischer Zeit auch unter der Herrschaft von Maria Theresia. Schon damals galt Bratislava als eine der wichtigsten Städte des Königreiches Ungarn und war damit mit Wien eng verbunden (auch schon „Twin City“ im 18. Jahrhundert).

Burg Bratislava
Burg Bratislava, keine Schnörkel. Alles geradlinig und klar.

Aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Zugehörigkeit stammen die vielen historischen Bauten der Altstadt. Eines der markantesten Gebäude ist das Slowakische Nationaltheater.

Doch auch die Burg Bratislava sollte man besuchen. Gleich neben dieser befindet sich das heutige Parlament der Slowakei. Prunkbau und Machtdemonstration sind sie beide.

Parlament, Bratislava
Das Parlament der Slowakei in Bratislava, gegenüber der historischen Burg.

2 Anreise-Möglichkeiten

Auf der Fahrt nach Bratislava meinte meine Freundin, die ich auf diesen Kurztrip mitnahm, wir sollten vor der Grenze abfahren. In der Slowakei gilt nämlich Autobahnmaut. Und diese wird, sobald man die Grenze passiert auch streng kontrolliert.

Nationaltheater Bratislava
Das slowakische Nationaltheater in Bratislava.

Für die paar wenigen slowakischen Kilometer sollten wir uns also die Maut sparen und fuhren schon in Kittsee/Berg von der A6 ab. Danach folgten wir der B50, die ein paar Kilometer nördlich von Berg in die B61 mündet. Diese B61 sollten wir auf der Rückfahrt nehmen. Sie führt über Hainburg nach Wien. Und diese Route von Wien nach Bratislava ist sogar zeitlich kürzer als über die Autobahn.

Loksa, Bratislava
Loksa sind pikant gefüllte Palatschinken.

Überhaupt war der Tipp, über die Bundesstraße nach Bratislava zu fahren, ein guter. Die Stadt präsentiert sich von dieser Seite erhaben und mächtig. Weitum ist die Burg zu sehen. Und man durchquert dabei ganz nebenbei die größte zusammenhängende Marillenanbau-Region Österreichs.

Die zweite Möglichkeit, nach Bratislava zu gelangen, ist jene mit dem Twin City Liner. Ah, daher kommt der Name! Wir wunderten uns schon bei den Vorrecherchen zu dieser Tour, weshalb diese Katamaran-Verbindung auf der Donau zwischen dem Wiener Schwedenplatz und der Altstadt von Bratislava den Namen „Twin“ trägt. Bratislava-Wien, Twin City!  😉

Campingplatz
Wir haben den Campingplatz in Bratislava gefunden! Mit dabei, unser Redaktionsmaskottchen in der Fototasche!

Campingplatz gefunden

Ente mit Rotkraut und Lasko in BratislavaIn der Twin-City angekommen, führte unser Weg zum Campingplatz der Stadt. Der ist freilich nur zwischen April und Oktober geöffnet. Und er liegt an einem Badesee, dem Naherholungsgebiet der Bratislaver Bevölkerung. Begutachten durften wir ihn, diesen Platz mit Oststaaten-Charme, erklärte uns der nette Wachmann an der Platzeinfahrt. Und er setzte in recht gutem Deutsch nach:

Angelika Wohofsky„Das Restaurant ist offen, hinten. Für 7 Euro, viel essen!“

Sahen wir wirklich so hungrig aus? Nun, es war schon Mittag, es begann leicht zu regnen. Uns sollte es recht sein. Einkehr, slowakische Küche. Perfekt.

SpeisekarteMeine Freundin meinte, das Lokal sei sehr typisch, und das Preis-Leistungsverhältnis begeisterte uns. Und vor der slowakischen Speisekarte muss man sich nicht fürchten. Sie ist dreisprachig: slowakisch, deutsch und englisch. Nur die 0,0 Promille sollte man als Fahrer beachten, was schwer fällt, bei dem guten slowakischen Bier. 😉

Rein ins Altstadt-Vergnügen

Adventmarkt BratislavaZurück in die Altstadt muss man rund 10 Minuten vom Campingplatz aus fahren. Also ging es nach dem üppigen Mittagsmahl zurück in die City.

Unser Nachmittagsprogramm: Burgbesichtigung, Wohnmobilparkplatz im Zentrum finden, Infoblatt für die Stadtrundfahrt organisieren und den Adventmarkt aufsuchen.

Punschstand Bratislava

Gesagt getan, neben der Hauptbrücke (mit dem Restaurant Ufo an seinem Ende), auf die man unweigerlich von der B61 oder der slowakischen Autobahn kommend zufährt, befindet sich der Wohnmobilparkplatz.

Pro Stunde zahlt man satte 5 Euro. Dafür ist man in 3 Minuten zu Fuß in der Altstadt oder kann von dort den Burgberg hinauf spazieren.

Burg Bratislava
Die Toreinfahrt im Osten an der Burg Bratislava

Die Burg besichtigten wir ebenfalls. Ich halte mich bei Stadtbesuchen gerne nach dem Motto:

Fahre auf einen Turm oder eine Anhöhe und verschaffe dir damit einen Überblick!

Bummelzug Bratislava
Bummelzug für die Stadtbesichtigung.

Von oben sieht Bratislava wohl bei jedem Wetter gut aus. Die Sonne ging im Westen während unserer Stippvisite bereits unter. Und wir hörten unter den Besuchern internationale Gespräche: Slowakisch, Englisch, amerikanisches Englisch, Deutsch, Ungarisch, sogar Französisch?

Burg Bratislava
Panorama auf Bratislava vom Burgberg aus gesehen.

Überhaupt erkundet man die Burg am besten mit dem Bummelzug. Dieser fährt unten in der Altstadt weg und man bekommt mit ihm sogar eine Stadtführung obendrauf. Denn mit dem Wohnmobil kann man oben an der Burg nicht parken. Es gibt nur Parkgaragen für Autos, die Seitengasse sind eng und zugeparkt.

Der Bummelzug ist eine echte Alternative, der dich überall hin bringt, wo es schön ist in Bratislava.

Der Adventmarkt, ein Erlebnis

Adventmarkt Bratislava

adventmarkt-bratislava-wuerstlbraterUnten in der Altstadt, gleich eine Häuserreihe hinter dem Donauufer, wo auch der Twin City Liner anlegt, fanden wir reges Treiben vor. Denn der Adventmarkt hatte an diesem Samstag erstmals geöffnet.

Die vielen kleinen Stände mit Kunsthandwerk und noch mehr Imbiss- und Punschbuden zogen die Menschen an. Uns zogen sie auch an, denn es duftete am gesamten Platz nach Braterei und Punsch, nach Weihnachten und Zimt.

Grillerei

Wir blieben stehen und staunten. Da wurden ganze Schweineschenkel über offenem Feuer gegrillt, Würste und Zwiebel, dünne Schnitzel und Rollkäse gebraten. Ja, sie rollen Käse und braten ihn und geben einen Löffel Preiselbeermarmelade dazu, die Slowaken.

Schweinehaxen Grill

GrillereiWir sollten kosten, meinte die Verkäuferin, die in Linz gearbeitet hatte und deswegen so gut Deutsch spricht. Wir wimmelten ab, noch satt vom Mittagessen. Doch die nette Frau ließ unser Nein nicht wirklich gelten:

„Bitte kommen sie wieder, nach Bratislava!“

Wir hatten den Eindruck, der Adventmarkt ist alles andere als verkitscht. Eine angenehme Mischung aus traditionellen Imbissbuden und Kunsthandwerk. Nicht aufdringlich, sondern einfach heimelig, adventlich.

Adventmarkt Stände

Zusammenfassung

Marktstandler BratislavaMit einem durch und durch positiven Eindruck verließen wir Bratislava wieder. Nette Menschen, freundlich und alles andere als fotoscheu sind sie, die Slowaken. Die Altstadt ist besonders sehenswert und sehr gepflegt. Davon können sich andere historische Innenstädte ein Stückerl abschauen.

Ein Besuch in dieser Zwillingsstadt von Wien ist definitiv Teil einer der Cruising-Europe Touren und wir meinen zufrieden: Ja, wir kommen wieder, Bratislava!

Übrigens, wer jetzt Lust auf Wintercamping-Touren  bekommen hat, bei Gebetsroither kann man auch Wohnmobile im Winter mieten. 😉

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