Deine Reise ist nicht meine Reise!

Da Florian vom Flocblog zur Blogparade mit dem Titel „Deine Reise ist nicht meine Reise“ lädt, nehme ich von ReisenMobil gerne einmal an einer solchen Teil. Also, los geht’s.

Viele Jahre habe ich nach einer Arbeit Ausschau gehalten, die mir das Reisen ermöglicht. Jetzt ist sie gefunden und sie erfüllt genau jene Ansprüche, die ich als Reisende stelle. Auf meinen Reisen muss ich unabhängig sein, jederzeit wieder weg können, on the road gehen  und viele, viele Kilometer abspulen dürfen. Weshalb ich so reise? Weil ich Geografie studierte und mich langweilige Cluburlaube oder 14 Tage an einem Ort einfach nicht interessieren. Weshalb ich eine solche Arbeit suchte? Weil das Reisen für mich zum Leben gehört. Willst du mir also etwas Böses antun, dann schenk mir einen Cluburlaub. Ich werde dir dann sofort die Freundschaft aufkündigen! 😉

Aus diesem Grund war ich während meiner Studienzeit schon mit Zelt und Schlafsack und Auto unterwegs. Egal ob in Europa oder USA, ob in Asien oder einfach nur im eigenen Land. Nie lange an einem Platz bleiben, ist mein Motto. Schließlich sagte meine Großmutter schon: „Der Fisch beginnt nach 3 Tagen an zu stinken, Gäste sollten auch nach 3 Tagen abreisen.“ Und an diesem Spruch ist viel Wahres dran.

Dieser Drang, sich immer weiter zu bewegen, neugierig zu sein, immer Neues entdecken zu wollen, auf Reisen immer wieder neuen Menschen zu begegnen, verursacht auch, dass ich geführte Reisen aufs Strikteste ablehne. Dazu kann man mich nur schwer überreden. Außerdem lernt man niemanden kennen, wenn die „Wachhunde“ immer neben dir stehen.

Blogparade
Mein damaliges Wohnmobil in Süditalien am Gargano, oben vor der Festung in San Angelo.

Meine Reise: nur mit Wohnmobil

Die Lösung liegt also auf der Hand und wird mir durch meine Arbeit bei Gebetsroither sogar leicht gemacht: Ich reise mit dem Wohnmobil! So ergibt sich schnell die Frage nach dem „Wo schlafe und esse ich“. Ich genieße es regelrecht, mir selbst auf Reisen etwas kochen zu können. Vor allem das Frühstück in Hotels oder Pensionen nervt. Immer dasselbe. Überall ein ähnliches Angebot. Es schmeckt auch überall gleich. Im Womo hingegen bereite ich mir das zu, was ich sonst auch esse. Und ich kann jederzeit, wie daheim eben auch, mal Essen gehen.

Das Schlafen im Womo bringt auch Vorteile mit sich. Man hat die eigene Bettwäsche mit und, das Wichtigste vielleicht, den/die eigenen Kissen! Das eigene Bad ist auch dabei. Und wenn man es geschickt anlegt, wacht man morgens auf und blickt aufs Meer oder den See, hat ein herrliches Panorama vor der Nase. Den komischen Stellplatznachbarn inklusive. 😉 Schließlich handelt es sich bei einem Wohnmobil um ein „kleines Haus mit Rädern“, das man beinahe überall hinstellen kann.

Kur mal am Wochenende weg und ein freies Wohnmobil geschnappt. Ab ging es nach Kärnten.
Kurz mal am Wochenende weg und ein freies Wohnmobil geschnappt. Ab ging es nach Kärnten.

Lang und kurz, alles ist mit Womo möglich

Grundsätzlich bin ich mit dem Wohnmobil zwischen wenigen Tagen und auch mal 2 bis 3 Wochen unterwegs. Hat man nämlich ein reisefertiges Womo zur Verfügung, zahlt sich schon mal ein Kurztrip in die nächste große Stadt zum Besuch einer Ausstellung oder Events aus; Übernachtung inklusive. Auch der Besuch eines Studiums, wenn berufsbegleitend und geblockt, ist mit dem Wohnmobil möglich. Ich werde beispielsweise in wenigen Wochen auch dafür das Womo nützen: Fahrt zur Uni, lernen, übernachten, lernen und dann wieder heim.

Vorzugsweise, und das ergibt sich durch meine Arbeit, reise ich viel nach Kroatien, Italien, Ungarn, dann steht auch Montenegro, Spanien, Frankreich und Deutschland auf der Liste. Viele Touren führen mich zusätzlich durch Österreich. Diese Touren sind zumeist beruflicher Art – ich bin fürs Marketing  zu unseren Campingplätzen unterwegs. Im vergangenen Jahr legte ich auf diese Art rund 10.000 km zurück, Inselhüpfen mit dem Womo in Kroatien inklusive. Ihr seht also, Meer, Strand, Inseln, Berge oder auch kulturelle Destinationen werden mit dem Wohnmobil erreicht.

Für Kurztrips nütze ich dann noch gerne das Wochenende oder Fenstertage. Dann geht es zur Familie – die muss kein Bett für mich bereit stellen, ich hab es ja mit, und benötige nur eine Steckdose um das Womo anzuhängen. Oder ich fahre mal in die Stadt oder an einen See, besuche ein Museum oder nimm einfach mal die Ski mit und fahre zum Langlaufen oder Skifahren in die benachbarte Region. Im Sommer kann man zum Wandern in die Berge fahren oder man macht eine „Exkursion“ in die Weinregionen Europas. Wer sein Bett mit hat, kann auch abends ein Gläschen mehr trinken.

Wohnmobilisten wissen: Das ist Freiheit, das ist der Luxus der Freiheit.
Wohnmobilisten wissen: Das ist Freiheit, das ist der Luxus der Freiheit.

Immer schön flexibel bleiben

Es wird bei mir also flexibel und auch total geplant verreist. Es wird auf eigene Faust gefahren oder die Tour folgt einem konkreten Foto- und Rechercheplan. Zwischendrin bleibt dann immer soviel Freiraum, dass ich eine interessante Destination mitnehme. So geschehen beispielsweise vergangenen Sommer in Italien. Ich war am Weg in die Abruzzen in Richtung Giulianova. Die Route führte durch die Provinz Marche. Da wusste ich, hier in Pesaro muss ich raus und schnell einen Abstecher nach Urbino machen. Es liegt ja sowieso nur rund 40 km im Landesinneren. Oder man verfährt sich in Ungarn am Weg zum Plattensee, übersieht eine Abzweigung und landet in Sümeg, einer sensationellen Burganlage.  Ich kann euch sagen, solche Spontanausflüge oder Verfahrer haben es in sich. Sie sind Goldes wert! Und die erlebst du niemals bei geführten Touren oder Gruppenreisen.

Noch ein Wort zum Digitalen. Nach ein paar Tausend Kilometern mit dem Womo bin ich froh hier richtiges „Digital Detox“ zu erleben. Das Handy und iPad sind zwar mit, aber ich hab keine SAT-Schüssel mit Internetempfang auf meinem Wohnmobil. So lebe ich sparsam digital und komme endlich zum Lesen. Abends, wenn ich in meiner Schlafkoje liege und mir einen wilden Thriller einziehe, irgendwo auf einem Stellplatz, unter Pinien bei Meeresrauschen.

Das Einzige, was ich jetzt noch bewundere, sind Menschen, die noch viel öfter mit ihrem Wohnmobil unterwegs sein können. Die noch mehr Zeit fürs Reisen haben und die, bei diesem grauen Winterwetter fällt mir das besonders auf, mit ihrem Womo einfach in südlichen Ländern überwintern. Auf einem Stellplatz, erste Reihe fußfrei, mit Blick aufs Meer.

Eure Angelika Wohofsky (die meist allein reist und dabei viele andere Reisende kennenlernt)

9 Gedanken zu „Deine Reise ist nicht meine Reise!“

  1. Werde ich mir auf jeden Fall einmal anschauen.
    Für die Firma ist der Blog dann schlicht Marketing? Bekanntheit steigern? Oder gibt es spezielle Zielvorgaben?

    Klingt enorm spannend! Würde auch gerne mehr von meinen Südafrika-Touren berichten. Aber, wenn der Hobby schon zum Beruf geworden ist, die Passion den Alltag bestimmt, muss man irgendetwas zum Abschalten haben 😉

    LG Daniel

  2. Sehe ich das richtig und du kümmerst dich um das Marketing für Campingplätze oder habe ich etwas falsch verstanden? Habe bis dato nur den einen Beitrag gelesen, eben weil dieser zur Blogparade entstanden ist.

    Finde die Art der Arbeit/Reise ebenfalls enorm spannend. Ist ein wenig vergleichbar mit meinem Alltag und dann doch ganz anders. Wenn du lesen magst: http://www.madiba.de/blog/blogparade-reise-typen-deine-reise-ist-nicht-meine-reise/

    Ich glaube die Gedanken der „Anderen“ kommen auf, da man das negative selten berichtet. Der Tagesablauf wird selten beschrieben. Ein Wochentagebuch noch seltener. Vielleicht ist das die Nische für die nächsten Reiseblogger? Vielleicht kenne ich solche Beiträge auch schlicht nicht.

    LG Daniel

    1. hey danke für deinen Link. Ja ich kümmere mich ums Marketing unserer Destinationen, das aber auf der Ebene der Social Media. Alles online also. 😉 und deswegen muss ich viel reisen, was meinen Neigungen höchst entgegen kommt.
      Die Reiseblogger, die ich kenne, berichten täglich in einer Art Tagebuch von ihren Touren. Ansonsten schreiben sie ihre längeren Berichte in meist zweiwöchigem Turnus. Vielleicht magst mal reinschauen auf http://www.wiederunterwegs.com von einer lieben Kollegin von mir. Die macht das so.

      Bei uns ist das Reisebloggen eine Mischung aus Blog und Facebook, wo wir täglich berichten, was bei uns los ist.

      lG
      Angelika

    1. haha. danke. ein bisschen relativieren möcht ich schon: … fix und foxy nach 4 Tagen Messe, danach 10 Stunden im Auto und Chef begleiten zur Baustelle in Kroatien für Fotos, kurz mal frei und eigenes Blog betreuen (weil das Reisemaskottchen Herr Bommel auch seinen Senf von sich geben muss), während Feiertagen permanent mit online sein, weil es ja niemals offline geht in unserem Geschäft, daneben noch studieren und sich weiterbilden, allerlei Quatsch machen. Ach ja, und ein Haushalt soll auch noch in Schuss gehalten sein. Fehlt noch was? *grins* Langweilig wird mir jedenfalls nicht! 🙂

      1. ICH versteh das vollkommen. Denn ICH höre ja auch permanent Aussagen wie: „DIR GEHTS GUT“, „IMMER AUF URLAUB“, „NUR AM STRAND“, „MIR SOLLTS SO GUT GEHEN“, „BIST DU SO REICH“ etc etc.
        Reiseblog, Werbeagentur, Akquise, Haus, Mann, Hund, Einzelunternehmerin, Steuern, 6 Nichten und Neffen, 7 Tage Arbeitswoche – oft bis spätnachts Anrufe oder Spezialwünsche, keine Trennung Privat/Arbeit im Homeoffice – etc. etc.

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