Drei Inseln in neun Tagen – Inselhüpfen Teil 1

Rab, Krk, Cres – drei Inseln in 9 Tagen. Das geht sich locker aus. Dann, wenn man mit dem Wohnmobil auch Insel hüpft. Inselhüpfen in Kroatien also.

Ich begann mit meinem Inselhüpfen in Kroatien mit Rab, nahm die Fähre von Jablanac (Stinica) am Festland. Eine kleine Fähre, die aber stündlich hinüber zur „Mondinsel“ Autos, Waren und Menschen bringt.

Inselhüpfen in Kroatien
Die erste Insel fürs Inselhüpfen in Kroatien ist Rab. Die Straße führt hier durch eine Mondlandschaft.

„Mondinsel“ deswegen, weil man sich in einer Mondlandschaft wähnt, wenn man auf Rab ankommt. Dann geht es die Straße hinauf und man taucht plötzlich in fruchtbares Grün, das in krassem Gegensatz zur Ostseite der Insel steht. Dieses Grün hat man nicht erwartet, noch kurz davor, als man von der Fähre fuhr.

Üppige Gärten finden sich im Landesinneren der Insel Rab.
Üppige Gärten finden sich im Landesinneren der Insel Rab.

Die Westseite von Rab ist, wie bei anderen Inseln der Kvarner Bucht, eine üppige Gartenlandschaft mit Olivenbäumen, Feigenbäumen, Oleanderbäumen und vielerlei Blumen. Dieses Grün kommt aber nur im Windschatten der Bora vor. Denn der kalte Wind, der vom Festland herüber weht, macht die Ostseite der Inseln zu kargen Mondlandschaften. Zu einem Meer aus scharfen Kalkfelsen, die aussehen, als hätte sich gerade erst ein abgestorbenes Riff aus dem Meer heraus gehoben.

Was sofort auffällt, durchfährt man Rab an der Westseite: Die Zikaden veranstalten ein derart lautes Konzert, dass man meint, am Auto schleife etwas mit. Man hört das laute Zirpen sogar durchs Autofenster während der Fahrt. Das Konzert der Zikaden begleitet dich auf Rab zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Tiefblick garantiert beim Inselhüpfen in Kroatien

Rund 20 Minuten den Geotrail hinauf aufs Kalkplateau gegangen und schon wird man mit diesem prachtvollen Blick auf die Bucht von Lopar belohnt.
Rund 20 Minuten den Geotrail hinauf aufs Kalkplateau gegangen und schon wird man mit diesem prachtvollen Blick auf die Bucht von Lopar belohnt.

Bester Ausgangspunkt für Rab war für mich das Autocamp San Marino in Lopar. Von dort führt auch der neue Geotrail als markierter Wanderweg und Mountainbike-Strecke 14 Kilometer über die Insel bis zur Stadt Rab. Sehenswert ist es auf jeden Fall, diesen Weg vom Campingplatz aus hinauf auf den Inselrücken zu gehen.

Seit heuer gibt es auch eine Wanderkarte zu diesem Geotrail und allen MTB-Strecken auf der Insel. Die Karte ist im Zeitschriftenladen neben dem Fischgeschäft am AC San Marino (im selben Gebäudekomplex, wo auch die Rezeption untergebracht ist) erhältlich.

Man wird bei einer abendlichen Tour den Geotrail hinauf mit einer traumhaften, fast unwirklichen Aussicht auf Bucht, Sandstrand, Marina und Inseln belohnt. Oben gibt es einen Seerosen-Teich, Schafe und Olivenhaine. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie festes Schuhwerk sind angeraten. Der Weg selbst steigt leicht an und ist mühelos zu gehen. Übrigens, die Schafe vom Plateau ziehen gerne am Abend in Richtung Strand herunter. Man hört sie dann am Rand des Campingplatzes im Wald blöken.

Enge Gassen

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Die Stadt Rab liegt auf einer Landzunge der gleichnamigen Insel. Typisch für Rab sind die Türme, die weithin sichtbar sind.

Wer nicht wandern möchte, kann der Inselhauptstadt Rab einen Besuch abstatten. Frühmorgens ist so ein Besuch am Schönsten, denn dann ist es noch ruhig in den engen Gassen. Und für Fotos hinüber auf die Insel Pag sowie die Aussicht auf das Meer ist das Morgenlicht dann klar und rein.

Mit dem Wohnmobil kann man nicht bis zum Hafen von Rab fahren. Man parkt dieses etwas außerhalb (in Richtung Kampor), und geht dann 5 Minuten bis ins Zentrum. Kostenpunkt: 5 Kuna die Stunde.

Beschauliche Gassen in der Altstadt von Rab. Frühmorgens lohnt sich der Besuch besonders.
Beschauliche Gassen in der Altstadt von Rab. Frühmorgens lohnt sich der Besuch besonders.

Wem Lopar zu weit nördlich ist, der kann auch das Autocamp Padova 3 in der Nähe von der Stadt Rab zu seinem Domizil wählen. Beide Campingplätze (Padova 3 und San Marino) zeichnen sich durch ihren Sandstrand aus. In San Marino trägt dieser sogar den Beinamen „Paradies-Strand“.  Der äußerst feine Sand ist dort ja wirklich paradiesisch.

Harter Fels statt feiner Sand

Mit der Fähre (Trajekt) ging es für mich dann in Richtung Krk. Diese Insel ist schroff und felsig und lockt mit einer besonderen Mischung aus Jachthafen, Werften und Kulturgütern. Ein extremer Gegensatz zu den feinen Sandstränden und den lieblichen Hügeln auf Rab.

Campen kann man auf Krk in Baska/Zablace, in Krk selbst und im Autocamp Pila bei Punat. Wer es gerne textilfrei mag, wird sich Konobe bei Punat oder Bunculuka bei Baska als Standort aussuchen.

Süffig, leicht

Auf Krk gibt es einen besonderen Wein, der durch seine Süffigkeit und Leichtigkeit zu den typisch kroatischen Speisen wie Fisch, Schinkenspeck, Käse und Spanferkel oder Lamm am Spieß passt.

Rund um den kleinen Ort Vrbnik wächst der bekannte Wein von Krk: der Zlahtina. Süffig, leicht.
Rund um den kleinen Ort Vrbnik wächst der bekannte Wein von Krk: der Zlahtina. Süffig, leicht.

Dieser Wein heißt Zlahtina und wird von einer Handvoll Weinbauern im Raum Vrbnik im Osten der Insel produziert. Vrbnik selbst ist eine typische mittelalterliche Stadt auf einem Rücken erbaut, und auf jeden Fall einen Besuch wert. Rund um die Stadt liegen die Weingärten, auf denen der Zlahtina wächst. Es gibt dort auch Vinotheken, wo man den Zlahtina verkosten kann. Und bei den Supermärkten der Region steht er selbstverständlich im Regal.

Glagoliza

Und noch etwas findet man auf Krk. Nämlich ein Kulturgut in Form einer Schrift: die glagolitische Schrift, die Glagoliza. Ihre Buchstaben wurden vom Mönch Kyrill im 9. Jahrhundert erdacht, und aus diesen entstand auch die kyrillische Schrift.

Glagolitische Schriftzeichen begrüßen die Besucher von Baska als imposante Skulpturen.
Glagolitische Schriftzeichen begrüßen die Besucher von Baska als imposante Skulpturen.

Zentrum der Glagoliza-Kultur ist Baska auf Krk. Dort findet sich auch eine Schrifttafel aus dem Jahr 1100, die als „Tafel von Baska“ das älteste Zeugnis kroatischer Sprache und Geschichte darstellt. Glagolitische Schriftzeichen findet man vor allem rund um Baska als Steinskulpturen an bedeutenden Orten errichtet. Glagoliza ist noch heute ein Nationalsymbol der Kroaten und die einzelnen Buchstaben werden gerne als Logo, Schmuck oder Symbol für Tätowierungen verwendet.

Das Franziskaner-Kloster auf der Insel Kosljun beherbergt auch ein volkskundliches Museum mit seltenen Atlanten.
Das Franziskaner-Kloster auf der Insel Kosljun beherbergt auch ein volkskundliches Museum mit seltenen Atlanten.

Die Klosterinsel Kosljun lädt ebenfalls zu einem Besuch ein. Sie liegt in der Bucht von Punat und ist nur etwa 300 Meter breit. Das Kloster wird von Franziskanermönchen bewohnt, die auch das dort untergebrachte volkskundliche Museum betreuen. Hier finden sich Choralbücher und Drucke in glagolitischer Schrift. Und das Museum stellt seltene Atlanten von Ptolemäus und Strabon aus.

Insel besuchen möchte, kann dies mit dem Taxiboot von Punat aus tun. Jedoch muss man diesen Ausflug für einen Wochentag planen. Das Kloster und Museum sind am Sonntag nämlich für Besucher geschlossen und nur vormittags für 2 Stunden kurz geöffnet.

 

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