Ein Orchester aus Bronze

Oleanderbäume, mit Kalksteinplatten gepflasterte Gassen und ein einziges Café am Platz. Das ist Osor, die Stadt des bronzenen Orchesters und der Kuna.

Wenn man Venedig unterstellt war, hatte man Abgaben an den weit entfernten Dogen zu leisten. So war dies auch der Fall für eine kleine Stadt auf der Insel Cres. Osor hatte aber einen Trumpf im Köcher, den es nach dem Sieg des venezianischen Dogen Pietro Orseolo II. klug ausspielte. Die Stadt Osor wollte frei sein. Und sie handelte mit Marderfellen, die äußerst begehrt waren.

Heimat der Kuna

 Kuna
Der Marder gab der kroatischen Währung den Namen. Kuna heißt Marder auf kroatisch.

Also bot man im Jahr 1018 dem Dogen im fernen Venedig 40 Marderfelle pro Jahr an. Dafür sollte dieser die Stadt und ihre Bewohner in Ruhe lassen, die Freiheit zusichern. Die Kuna war damit geboren. Denn das kroatische Wort „kuna“ bedeutet „Marder“. So geht die Entstehungsgeschichte der kroatischen Währung also auf die Stadt Osor auf Cres zurück. Deren Bewohner jährlich 40 Marderfelle für ihre Freiheit tauschten. Heute erinnert eine Marderstatue aus Bronze an diesen Tribut.

In Bronze gegossen

_DSC0340_bronzestatue_sDie uralte Anlage der Stadt Osor ist aber auch Schauplatz von Musikfestivals für klassische Musik im Sommer. Diese sollen zweimal wöchentlich während der Saison stattfinden. Also stimmt ein Orchester aus Bronze die Besucher der Altstadt von Osor auf den musikalischen Genuss ein. Und das Orchester aus Bronze durchbricht scheinbar in der eigenen Fantasie das laute Zirpen der Zikaden.

Die Eleganz der Darstellung und ihre Leichtigkeit vermittelt nämlich den Eindruck beim Betrachter, die Frauen und Männer mit ihren Flöten, Lauten und Geigen würden sich bewegen. Hätten nur kurz inne gehalten.

Die Geigerin spielt auf zum Tanz.
Die Geigerin spielt auf zum Tanz.

Die Statuen lassen sich überall in der Altstadt von Osor entdecken. Wenn man genau hinhört, wird man das Orchester aus Bronze auch spielen hören. Man darf sich einlassen auf die Magie dieser Skulpturen, die in Kontrast zu den romanischen Bauten und den massiven Häusern der Stadt stehen. Hier trifft sich wahrlich antikes Bollwerk mit moderner Bildhauerei. Reizvoll, magisch. Und auch der Marder aus Bronze fügt sich nahtlos ins Orchester ein.

Antike Metropole

Osor hat antike Wurzeln. Die Stadtmauer ist teilweise 4000 Jahre alt.
Osor hat antike Wurzeln. Die Stadtmauer ist teilweise 4000 Jahre alt.

Vor den Venezianern war Osor übrigens eine römische Großstadt. Zu ihrer Blütezeit soll sie 20.000 Einwohner gezählt haben. Also sind die Stadtmauern, die man noch sieht, teilweise bis zu 4000 Jahre alt. Es gab zu römischer Zeit Tempel, ein Forum und Paläste. Und vermutlich gruben die Römer den 11 Meter breiten Kanal, der die Inseln Cres und Losinj voneinander trennt. Denn wo heute eine Drehbrücke über den Kanal führt, gab es nie eine natürliche Trennung der beiden Inseln. Diese ist von Menschen gemacht.

Zusammenfassung

Unser Tipp: Urlaub am Camping Bijar, bei Osor. Vom Campingplatz aus führt ein bequemer Spazierweg in die Altstadt von Osor, in die Heimat der Kuna. So kann man den Urlaub mit Kultur verbinden. Und man ist in rund 20 Minuten mit dem Auto auch in Mali Losinj.

Von Osor aus führen auch Wandertouren auf die Berggipfel Osorscica (Berghütte Sv. Gavdent) und Televrin. Die Wege sind als roter Kreis mit weißem Punkt gut markiert. Ein einzigartiger Weitblick auf die Insel Losinj wird die Wanderer belohnen.

Oder man unternimmt Touren mit dem Mountainbike in den wilden Teil von Cres, in Richtung der Halbinsel von Punta Kriza und dem FKK Baldarin. Dafür nimmt man einfach die linke Ausfahrt am Kreisverkehr vor der Stadt Osor.

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