Eine Riviera der Blumen und Palmen

Die ligurische Küste rund um Sanremo wird auch „Blumenriviera“ genannt. Ihren Namen erhielt sie aufgrund der Blumenzucht, die dort betrieben wird.

Fährt man von Sanremo die Küstenstraße hinauf zur Autobahn, dann fallen dem Reisenden die vielen Gewächshäuser auf. Wie kleine Glaspaläste kleben diese eng aneinander gereiht in den Hängen. Auch am Eingang des Nerviatales bei Bordighera schließen am Ende der Ortschaft dicht an dicht gedrängt Gewächshäuser an und fädeln sich wie eine Perlenschnur bis fast nach Dolceaqua auf.

Gewächshäuser, soweit das Auge reicht.
Gewächshäuser, soweit das Auge reicht.

Botanische Gärten gehören aber genauso zur Blumenriviera, wie die Gewächshäuser. Ein solcher Garten, der Garten Pallanca,  befindet sich an der Küstenstraße Via Aurelia bei Bordighera, der sich zum Meer hin erstreckt. Dort wachsen 3200 verschiedene Pflanzenarten, welche die üppige Vegetation dieses Küstenabschnittes zwischen Ventimiglia und Cervo repräsentieren.

Blumenriviera
Die Blütenpracht verziert den Ausblick aufs Meer, wie hier in Sanremo, im November.

Gartenbau mit Tradition

Die Blumenzucht an der ligurischen Küste hat Tradition. Und sie bescherte den vielen kleinen Familienbetrieben in der Vergangenheit ein reiches Einkommen. Heute ist die Zucht der Blumen ein kargeres Brot, vielen Familien fehlt der Nachfolger, der den Betrieb übernehmen möchte. Denn der Gartenbau ist hier nur mit viel Handarbeit möglich. Das steile Gelände eignet sich nicht für großen Maschineneinsatz.

Blumen werden am Markt in Sanremo angeboten.
Blumen werden am Markt in Sanremo angeboten.

Blumen aus Ligurien, das waren und sind Nelken, Ranunkeln, Rosen (berühmte Sorten wie die Rose „Dallas“), Alpenveilchen und eine Vielzahl an exotischen Pflanzen. Insgesamt werden an der Blumenriviera rund 80 Prozent der gesamten italienischen Schnittblumenproduktion gezüchtet. Und in der Stadt des ewigen Frühlings, wie man Sanremo auch bezeichnet, blüht die Bougainville das gesamte Jahr.

Exotische Pflanzen

Palmen sind die Leitpflanzen am Campingplatz Villaggio dei Fiori.
Palmen sind die Leitpflanzen am Campingplatz Villaggio dei Fiori.

Die Liebe zu exotischen Pflanzen und Blumen brachten wohl die Engländer mit, welche unter anderen für die touristische Entwicklung der ligurischen Küste mitverantwortlich zeichnen. Und so verwundert es nicht, wenn am Campingplatz Villaggio dei Fiori mehr als 1000 Palmen wachsen, dazu unzählige Pinien, Eukalyptusbäume, Oleander, Agaven und Aloevera-Gewächse.

Zwischendrin duftet es nach den für die ligurische Küste typischen Kräutern wie Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian und Basilikum. Kräuter, die hier ihre Heimat haben und auch Eingang in die regionale Küche fanden.

Besonders Rosmarin und Basilikum sind beinahe täglicher Bestandteil der ligurischen Küche: als Rosmarinkartoffel oder im Pesto Genovese, wobei dieses bestens zur ligurischen Pasta, der Trofie, passt.

Skurriles Formenspiel im Kakteen-Garten von Eze.
Skurriles Formenspiel im Kakteen-Garten von Eze.

Blumen nichts als Blumen

Zurück zu den Pflanzen. Die Blumenriviera wird für Garten- und Pflanzenfreunde das ideale Urlaubsdomizil darstellen. Denn botanisch bewegt man sich hier von submediterraner Vegetation auf Meeresniveau ausgehend  in nur wenigen Kilometern ins Landesinnere hinauf auf alpine Matten. Die Seealpen liegen nämlich nur rund 45 Autominuten entfernt. Dann befindet man sich in einem Ski- und Wandergebiet. Und in einer waldreichen Region aus Eichen, Kastanien und Buchen, sowie Lärchen und verschiedenen Kiefernarten.

Kakteen und Sukkulenten versammeln sich im botanischen Garten im Bergdorf Eze.
Kakteen und Sukkulenten versammeln sich im botanischen Garten im Bergdorf Eze.

Im Frühling und in den Frühsommer hinein blühen die Erdbeerbäume, erstrahlen in den Seealpen die Rhododendren zu üppiger Pracht. Und die Magnolien wetteifern mit Zistrosen, gelbem und weißem Ginster, dem Mastixbaum, den Steineichen, Olivenbäumen und der Myrte.

Dazwischen finden sich Narzissen, Primeln, Krokusse, Leimkraut, Alpenveilchen, Pfingstrosen, Orchideen und Lilien. Eigentlich ist die ligurische Küste, die Blumenriviera, eine einzigartige Blüten-Explosion, die ihresgleichen sucht.

Zu erwähnen sind die Hanbury-Gärten bei Ventimiglia, und die Sukkulenten- und Kakteen-Sammlung im botanischen Garten am oberen Ende der Altstadt von Eze, nahe der französisch-italienischen Grenze.

Sukkulenten und Palmen

Dattelpalmen prägen das Stadtbild von Sanremo.
Dattelpalmen prägen das Stadtbild von Sanremo.

Ein Wort noch zu den Palmen. Die sind hier nicht heimisch, denn die regionaltypische Macchia kennt die Palme nicht. So wurde die kanarische Dattelpalme mit gedrungenem Stamm und die hochstammige echte Dattelpalme eingeführt. Beide Palmenarten prägen das Stadtbild der Küstenorte und der vielen Promenaden.

Zitrusbäume am Markt von Sanremo.
Zitrusbäume am Markt von Sanremo.

Das Klima an der ligurischen Küste fördert das Wachstum dieser nordafrikanischen Palmenarten, deren Früchte nicht jedoch die Größe ihrer Ursprungsländer erreichen. Dafür fruchtet es üppig an den Zitronen-, Orangen- und Mandarinenbäumen, die hier ebenfalls wie Parkbäume gepflanzt werden.

Die ligurischen Palmen verdichten sich zu einem Palmen-Pinien-Eukalyptuswald, durchsetzt mit Bananenstauden. Und das vorbildlich am Campingplatz Villaggio dei Fiori. Nirgendwo anders lässt sich unter Palmen derart vegetationsreich Urlaub machen, wie in Sanremo.

Blumenriviera, ein Paradies

Tipp: Als Ausgangspunkt für einen Urlaub im Blumenparadies Ligurien den Campingplatz Villaggio dei Fiori wählen und von dort Ausflüge nach Nizza, Monaco und in die Lavendelstadt Grasse in der Provence unternehmen. Die Blumenriviera lädt zum Besuch auch während der Wintermonate ein.

Quelle: http://www.blumenriviera.at/reisefuehrer-ligurien/tiere-pflanzen/

2 Gedanken zu „Eine Riviera der Blumen und Palmen“

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