„In the Spring of 65“ – ADRIA Mobil feiert 50 Jahre

Im Frühling 1965 stand der erste Wohnwagen von ADRIA Mobil bereit, mit seinen Kunden auf große Reise zu gehen. Der Caravan war geboren. Das slowenische Unternehmen, damals IMV, feierte nun im April dieses Jahres sein 50-jähriges Bestehen. Eine erfolgreiche Bilanz wurde beim Festakt den Partnern und Kunden präsentiert.

Freiheit liegt in der Luft

Die wilden 1960er Jahre stehen für Pilzköpfe, Flower Power, Campingbus und Mondlandung. Filme wie „Easy Rider“ machten Lust auf die Freiheit auf Rädern. Mit der Surfmusik gelangte der Toast Hawaii in unsere Wohnzimmer. Und die Breite Masse entdeckte die Tomate als Gemüse, das Sugo und Spaghetti.

Jubiläumsmodell, die Silver Collection, von ADRIA Mobil zur 50-Jahr-Feier
Jubiläumsmodell, die Silver Collection, von ADRIA Mobil zur 50-Jahr-Feier.

Ganz so nebenbei tüftelten visionäre Köpfe in Slowenien an einem völlig neuen Produkt. Im Frühling 1965 war es dann soweit. Der Prototyp des Adria Caravan war geboren.

Dieses erste moderne Wohnwagenkonzept entwickelte das Unternehmen Industry of Motor Vehicles  (IMV) im slowenischen Novo Mesto. Die ersten 300 Wohnwägen (Caravans) wurden dann nach Schweden verkauft. Kein Wunder also, wenn Ende 1966 ein schwedischer Tourist auf dem Weg zur Adria mit einem der ersten IMV Caravans, Modell Opatija. möglicherweise gezogen von einem Volvo, durch Novo Mesto fuhr. Ein Beweisfoto existiert.

Kundenwünsche

Schon zu Beginn der ersten Caravans produzierte IMV für die Anforderungen der Kunden. Ihre Bedürfnisse an einen Wohnwagen standen im Vordergrund. So bot man als erster Caravan-Hersteller überhaupt Innovationen wie Doppelverglasung der Fenster und Zentralheizung. Unverkennbar schwedische  Handschrift also, weil der erste Businesspartner und Impulsgeber zum Prototypen ein Schwede war: Karl Wilhelm Karlsson. Er war auch der erste Generalimporteur der Marke IMV Caravans und später zum „Swedish King of Carvans“, zum „Schwedischen König der Wohnwägen“ ernannt.

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Nostalgie pur. Erstes Wohnwagen-Gespann von ADRIA Mobil.
The Blue-Band Caravan

1969 liefen bereits 10.000 Caravans im Slowenischen IMV-Werk vom Band. Und Europa begann wohlwollende Notiz vom neuen Freiheitsgefühl auf Rädern zu nehmen. Gleichzeitig setzte man auf einen markanten Namen: der neue Firmenname ADRIA sorgte für Aufsehen bei den Auto- und Caravanmessen in Belgrad und Deutschland, in Essen.

Bis in die 1980er Jahren setzte ADRIA nun zu einem fulminanten Siegeszug an. Die Produktionszahlen stiegen stetig. Neue Produktionsstandorte wie jener im belgischen Deinze kamen hinzu. Europa war auf den Geschmack des mobilen Reisens gekommen.

Blauer Streifen entlang der Fenster auf weißem Grund. ADRIA Caravans, das waren die berühmten „Blue-Band Caravans, mit dem man einfach an der Adria urlauben musste. Diese modernen Caravans traf man bald überall in Europa an.

1980 produzierte das slowenische Unternehmen erstmals mehr als 26.000 Wohnwägen in diesem Jahr.  Und 1982 schickte man ein neues Modell auf den Markt: Das erste Wohnmobil (Motorhome) war der Star auf der Belgrader Automesse. Ab jetzt wurde Wohnen und Fahren in einem Fahrzeug kombiniert.

Schnelle Hilfe von ADRIA Mobil in Friaul 1976

ADRIA Reisemobile dienten aber nicht nur als Urlaubsbehausung, als zweites Haus, das man mit in Urlaub nehmen konnte. Die Wohnwägen dienten auch den Opfern der großen Erdbeben dieser Zeit als Unterkünfte. 1976 gingen Caravans als Soforthilfe des Unternehmens ins zerstörte Friaul zu den Opfern des Bebens. 1979 half ADRIA Caravans (so hieß man damals) mit 1000 Wohnwägen im Montenegro aus.

Gleichzeitig nahm man auch sportliche Herausforderungen an: Rallye Paris-Dakar. Die Wüsten Marokkos und Nordafrikas? Kein Problem für ADRIA.

ADRIA Mobil bleibt slowenisch

ADRIA Mobil
Unterschrift von GF Birgit Kerschbaumer-Gebetsroither am Jubiläums-Reisemobil von ADRIA Mobil

Innerhalb der nächsten 10 Jahre wurde es turbulent, denn  ADRIA Caravan wurde 1990 ein eigenes Unternehmen mit neuem Logo. Und es wurde vom Mutterkonzern IMV getrennt. Produktionsstandorte in Belokranjska cesta und Cernomelj kamen außerdem hinzu.

Als Slowenien 1992 ein unabhängiger Staat nach der Jugoslawien-Krise wurde, setzte die Privatisierung ein. Auch ADRIA Caravan war als Unternehmen davon betroffen. Es sollte von ausländischen Investoren übernommen werden. Doch sogar die bisherige slowenische Führungsebene von ADRIA Caravan wehrte sich erfolgreich gegen eine Investorenübernahme. Unterstützt von Streiks der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  Man fürchtete, dass man sich und das erworbene Know How ausverkaufte. Zu einer reinen Produktionsstätte schrumpfen könnte, wo doch die gesamte Entwicklung des Produktes in den Köpfen der slowenischen Mitarbeiter beheimatet war.

So rief man die slowenische Bevölkerung auf, sich an der Finanzierung des Unternehmens zu beteiligen.  Um ausländische Investoren abzuwehren. Der Mitarbeiter-Protest, den auch 17 Direktoren und Manager des Unternehmens mittrugen, zeigte Erfolg. 1992 wurden die Besitzverhältnisse von ADRIA Caravan in den Slowenischen Regionalentwicklungs-Fond transferiert. Ausländisches Geld konnte somit fern gehalten werden. Man blieb slowenisch.

Alkoven und Camper

Nach dieser Umstrukturierung und Überwindung der Schwierigkeiten konnte sich ADRIA  Caravan seit Mitte der 1990er Jahre wieder fest am Markt behaupten. Die Modellangebote erweiterten sich um den Typ Alkoven. Und man begann Busse/Transporter, was man heute als Van bezeichnet, zu Campern auszubauen. Die kleine Version des Reisemobils.

Während dieses Zeitraumes kam eine neue Kundenschicht hinzu. Die Schweiz fand zunehmend Gefallen an den Reisemobilen von ADRIA Caravan.

Hauptproduktionsstätte blieb nach wie vor Novo Mesto in Slowenien. Das Unternehmen zählte 2004 zu den drei am schnellsten wachsenden Unternehmungen des Landes.

In den vergangenen 10 Jahren erklomm man dann weitere Gipfel des Erfolges. Nicht nur im Verkauf, sondern auch als Arbeitgeber verzeichnete ADRIA Caravan bedeutende Zahlen. Mit 790 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jahr 2006 war man zu einem  wichtigen Arbeitgeber der Region aufgestiegen.

Innovation statt Krise

Hatte man die Jugoslawien-Krise gemeistert, so stand nun 2008 die Wirtschaftkrise vor der Unternehmenstür. Das Unternehmen trug mittlerweile die Bezeichnung ADRIA Mobil und begann während der Krisenjahre seine Modelle zu optimieren. Gleichzeitig setzte man auf Expansion und brachte 2008 auf Basis eines Mercedes Benz das Prestige-Modell „Polaris“ heraus

Jubiläumsfoto v.li.: Harald Gebetsroither, Petra Kienreich, Birgit Kerschbaumer-Gebetsroither.
Jubiläumsfoto v.li.: Harald Gebetsroither, Petra Kienreich, Birgit Kerschbaumer-Gebetsroither.

Ein Jahr darauf setzte man mit dem „Matrix“ eine Weiterentwicklung nach. Dieses Modell vereint die Vorteile eines Alkoven mit einem teilintegrierten Reisemobil. Außerdem wurden das Wohnwagen-Angebot durch wintertaugliche Varianten komplettiert.

Gerade in diesen  Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit setzte das Unternehmen ADRIA Mobil auf die Entwicklung neuer Modelle und Produkte. Ging also einen progressiven Schritt nach vor, als Reaktion auf Umsatzrückgänge seit 2008. Dabei kam sicher auch die Erfahrung vergangener Jahre mit der Bewältigung von Krisen dem Unternehmen zugute.

„König Kunde“

Das deutsche Fachmagazin „Reisemobil International“ verlieh ADRIA Mobil 2010 zum ersten Mal den Preis „König Kunde“. Begründung: bestes ausländisches Produkt, Toppositionen in den Kategorien „Comfort“, „Qualität“, „Kundenservice“ und „Preis/Leistung“.  Diese Auszeichnung gilt umso mehr, da sie von Kunden verliehen wird.

Im darauffolgenden Jahr konnte ADRIA Mobil,  schon wieder ein Wachstum von 4 Prozent aufweisen. 2013 wurden die Modelle „Adria Coral“ und „Caravan Altea“ komplett überarbeitet. Und 2014 verzeichnete man eines der erfolgreichsten Jahre der Unternehmensgeschichte – rund 6 Prozent Wachstum in allen Segmenten gegenüber dem Vorjahr.

Silver Collection

Für das Jubiläumsjahr 2015 war man mit einer solchen Firmenbilanz und Erfolgsgeschichte bestens gerüstet. 50 Jahre und kein bisschen leise, so war auch die Stimmung beim Festakt des slowenischen Erfolgsunternehmens. Zu dem man Kunden und Geschäftspartner zum Stammsitz von ADRIA Mobil eingeladen hatte.

Die Geschäftsführung von Gebetsroither International GmbH war als österreichische Generalvertretung für ADRIA Mobil mit dabei. Die Jubiläumsmodelle von ADRIA Mobil anlässlich der 50-Jahr-Feier wurden präsentiert. Diese „Silver Collection“ kann bei der Gebetsroither Hausmesse am 19. und 20. Juni in Weißenbach bei Liezen besichtigt werden.

ADRIA Mobil steht heute für einen aktiven Lebensstil. So betätigt man sich einerseits im Sponsoring für Sportler. Und verfolgt ein eigenes Umwelt-Programm für eine vernünftige Nutzung von Energie, Rohstoffen und Wasser. Das Unternehmen verfügt heute über 12 Partnerunternehmen in 8 Ländern.

Quelle: ADRIA. 50 Years of Adria Brand. Festschrift der Firma Adria zum 50-Jahr Jubiliäum.

3 Gedanken zu „„In the Spring of 65“ – ADRIA Mobil feiert 50 Jahre“

  1. Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet und diese uns mitteilt. Danke dafür. Werde nächstes Jahr auch das erste mal Campen.
    Gruß Anna

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