Istrien – Gesundheit essen, wandern, entspannen

Sonne, Strand und Meer – das suchen wir, wenn wir an Istrien denken. Doch diese Halbinsel Kroatiens war schon bei den Habsburgern als Kurregion beliebt. Sie besticht auch heute als Gesundheitsregion mit einem vielfältigen Angebot.

Luftkur in Istrien

Die salzhaltige Meeresluft an der istrischen Küste ist aber auch ideal für Luftkuren. Wer mit Bronchitis und Asthma zu tun hat, dem könnte ein Aufenthalt an einem der Küstenorte Istriens gut tun. Das erkannten übrigens schon die Habsburger. So gilt die Region seit rund 150 Jahren als Kurregion mit Weltruf.

Entspannung pur am Meer und Strand. Hier in Bale, am Campingplatz Colone.
Entspannung pur am Meer und Strand bei Sonnenuntergang. Hier in Bale, am Campingplatz Colone.

Je weiter südlich man sich befindet, desto mehr darf man mit Sonnenstunden rechnen. Sieben Stunden Sonnenschein am Tag kann man durchaus in Istrien im Jahresdurchschnitt erwarten. Sonne bringt Energie und Vitalität ins Leben. Und sie weckt die Lebensgeister. Wer kennt das nicht, diese entspannende Wirkung von Sonnenuntergängen. Die sind an der istrischen Küste übrigens ein Meer aus Farben.

Wellness

Doch auch einfach nur ausspannen und Stress hinter sich lassen gelingt in Istrien auf sanfte Art. Dazu fährt man in eine der Thermen oder Wellness-Ressorts im Hinterland. Das Thermalbad von Istarske Toplice bietet beispielsweise neben Sauna, Pool und Kinderpool auch ein türkisches Bad, Massagen und Fußpflege. Es liegt zu den Campingplätzen an der Küste (Camping Park Umag, Camping Lanterna) günstig. Ein Besuch im Thermalbad als Alternativprogramm ist einen Abstecher ins Hinterland Istriens allemal wert.

Natur pur

Rund um das mittelalterliche Städtchen Motovun wachsen Trüffeln in den Wäldern.
Rund um das mittelalterliche Städtchen Motovun wachsen Trüffeln in den Wäldern.

Wer die Natur zur Entspannung liebt, wird sich in den Wäldern rund um Motovun wohl fühlen. Der Wald von Motovun ist außerdem für seine Vorkommen der Weißen Trüffel bekannt. Trüffel-Gerichte gibt es in vielen Restaurants dieser Region. Und etwas weiter östlich liegt die Stadt Buzet. Sie nennt sich selbst „Capital of Truffles“ – Hauptstadt der Trüffel.

Musik, Malerei, Muscheln

Vor allem Musik und Malerei gibt es in Istrien als Kunstform.
Vor allem Musik und Malerei gibt es in Istrien als Kunstform.

Motovun ist aber auch als Stadt der Künstler ein Begriff. Ebenso wie man Kunstvolles  in den vielen anderen ursprünglichen Orten der istrischen Toskana finden wird.

Manchmal muss man diese Kunstschätze erst entdecken, oder sie werden einem von Einheimischen erzählt. So gibt es angeblich Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Schulgebäude in der mittelalterlichen Stadt Draguc. Bei Restaurierungen kamen diese zum Vorschein. Die Fresken von  Draguc sollen zu den Bedeutendsten in ganz Istrien zählen. Im Hinterland der kroatischen Halbinsel warten also wirklich seelisch-geistige Genüsse auf die Besucher.

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Ein Kutter legt am oberen Ende des Limski Fjords an und bringt gerade frische Muscheln. Muscheln zählen zu den bekannten istrischen Gerichten.

Im Limski Fjord kommen Naturfreunde auf ihre Rechnung. Der knapp 35 Kilometer lange Fjord führt bis kurz vor Pazin ins Landesinnere. Im hinteren Teil ist er verlandet und am ebenen Talboden wachsen Wein und Gemüse. Der vordere Teil ist mit Meerwasser geflutet und ein bekanntes Vogelschutzgebiet sowie Beobachtungsregion für Vogelkundler. Außerdem werden im Limski Fjord Muscheln gezüchtet, die einen exzellenten Ruf besitzen.

Radfahren ohne Ende

Wer für seine Gesundheit Sport betreiben möchte, hat mit Istrien ebenfalls eine perfekte Urlaubsregion gewählt. Erlebnisreich Radfahren kann man an der Küste, im Landesinneren und rund um die vielen mittelalterlichen Ortschaften, wo die Zeit regelrecht stehen geblieben scheint.

Istrien verfügt über ein 3000 Kilometer langes Radwegenetz. Außerdem kann man gut auf den Nebenrouten, abseits der Hauptverbindungen, durch die hügelige Landschaft radeln. Und dabei Kilometer um Kilometer abspulen und gleichzeitig Höhenmeter machen.

Wandern mit Weitblick

Auf den sanften Hügeln um Vizinada gedeihen Wein und Oliven.
Auf den sanften Hügeln um Vizinada gedeihen Wein und Oliven. Die dort vorhandene Terra Rossa (Roterde) ist sehr fruchtbar.

Auch Trekking und Wandern gelingt in Istrien. Aussichtsreiche Punkte an der Küste sowie Wanderungen im Hinterland bringen den Kreislauf in Schwung. Empfehlenswert sind hier die Umgebungen von Labin und Vrsar, die man beispielsweise bequem von den Campingplätzen Orsera oder Colone oder Marina erreicht. Oder man wandert die Parenzana von Vizinada nach Motovun. Das sind 14 Kilometer, die man auf der ehemaligen Bahntrasse auch mit dem Mountainbike zurücklegen kann. Es gibt auch einen Shuttlebus, der die Wanderer, die nach Motovun gehen, nach Vinzinada wieder zurückbringt.

Gerade die Gegend zwischen Motovun und Vizinada besticht durch ihre hügelige Landschaft. Und das Farbspiel von Terra Rossa und dem Grün der Weinstöcke und Olivenbäume ist einzigartig intensiv.

Golf auf einer Insel

Für Golfsportler interessant: Golfen im einzigen Nationalpark Istriens, auf einer Insel. Die Inselgruppe Brioni (Brijuni) ist nur mit dem Schiff von Fazana aus erreichbar. Ausgangspunkt für diese Tour könnte Camping Vacanze Bi Village sein.

Die Brionischen Inseln, 14 an der Zahl, gelten übrigens als landschaftlich schönster Archipel des Mittelmeeres. Was sie auch für den Tauchsport interessant macht.

Zaubertrank

Elena und Vedran Lupic (Bembo Olivenöl) in ihrem Shop in Bale.
Elena und Vedran Lupic (Bembo Olivenöl) in ihrem Shop in Bale.

Wer sich kulinarisch Gutes tun möchte, kommt am gesunden Olivenöl nicht vorbei. Zahlreiche Olivenbauern bieten in Istrien erstklassige Öle an.

Der gesundheitlich wertvolle „Zaubertrank des Lebens“ kann buchstäblich erfahren werden. So genannte „Olivenöl-Straßen“ bietet der istrische Tourismusverband auf seiner Homepage als Ausflugsziel zum gesundheitsspendenden „Flüssigen Gold“ an. Die Mitgliedsbetriebe dieser Olivenöl-Straßen sind alle mit einem grünen Schild gekennzeichnet.

Tartufata ist eine Art Pesto aus weißer oder schwarzer Trüffel.
Tartufata ist eine Art Pesto aus weißer oder schwarzer Trüffel.

So kann man beispielsweise auch die Olivenöl-Bauern Elena und Vedran Lupic in ihrem Shop „Bembo“ in Bale kennenlernen. Elena erzählt bei einer Verkostung gerne, was ein gutes Olivenöl ausmacht und wie es von Hand produziert wird. Und dass das Öl in den Kernen steckt und nicht im Fruchtfleisch.

Bei Elena gibt es auch Kastanien und Trüffelpaste, die Tartufata. Davon gibt man nur einen Kaffeelöffel voll auf die typisch istrische Pasta. Und mit ein wenig Glück, trifft man ihren Mann Vedran zur Mittagszeit im Shop an, wenn er gerade von der Feldarbeit kommt.

Wilde Kräuter

Auch der Lavendel gehört zu Istrien. Und sein Duft lockt nicht nur Schmetterlinge an.
Auch der Lavendel gehört zu Istrien. Und sein Duft lockt nicht nur Schmetterlinge an.

Überhaupt vereint die ursprüngliche istrische Küche viel Gesundes aus Meer, Wald und Wiesen. Schon in historischer Zeit kochte man mit Wildpflanzen und Wildgemüsen. Auch heute findet man den Wilden Spargel im Frühling auf der Karte der Restaurants. Er wächst in Wäldern und auf Wiesen. Wilder Spargel vereint sich dann kulinarisch wertvoll mit Fisch aus dem Meer.

Aber auch mit Brennnesseln und wildem Fenchel zaubert so mancher Koch Istriens eine Portion Gesundheit auf den Teller. Wildpflanzen haben in Istrien nämlich Tradition. Sie waren früher Nahrung und Medizin der Landbevölkerung. Was sich vor allem im Biska, einem Schnaps aus der Mispel (die Einheimischen sagen, er sei pure Medizin) und den vielen Lavendelprodukten darstellt.

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