Jetzt hat es mich erwischt – Ein Kommentar

Wohnmobil NeulingMeine erste Arbeitswoche mit dem Reisemobil ist bereits Geschichte. Und ich muss sagen, mich hat das Virus gepackt. Das Virus der Reisemobilisten.

Früher war ich mit eigenem Auto, Zelt und Schlafsack unterwegs. Das war in den 1990er Jahren, während der Studienzeit. Auch reiste ich oft mit dem Mietwagen und wohnte bei Bekannten, die ich im Internet kennenlernte. Einmal sogar buchte ich eine Fahrt im Greyhound Bus, dieser amerikanischen Institution des Reisens über lange Distanzen. Und fuhr mit einem solchen durch die Rocky Mountains. Der Greyhound ist sowas wie die TransSib.

Doch was ich jetzt erlebe, ist einfach perfekt. Das Reisemobil hat mich mit seinem Virus infiziert. Ein Virus, welches dann ausbricht, wenn du mit „Best of Bee Gees“ im CD-Player in Richtung Süden fährst und laut „Staying Alive“ mit johlst; du in deinem Mini-Truck. Wenn du einfach nur fährst und dir so die Landschaft eroberst. Die Kilometer abspulst und dich dieses Gefühl von Freiheit ans Lenkrad fesselt. Da bist du plötzlich der „King of the Road“.

Ich war nie der Urlaubstyp, der sich in den Liegestuhl fläzt und zwei Wochen nicht mehr aufsteht. Ich musste immer unterwegs sein, immer auf Tour. Notfalls ging ich bewusst verloren, seilte mich ab, um Neues zu erkunden. Das waren die besten Momente meines Lebens.

Dieses Rumhocken, wie ich das ablehnte! Und auch jetzt ist nix mit Rumhocken. Campen heißt rennen, rumlaufen und organisieren und fahren, fahren, fahren.  Jetzt bin ich unterwegs und erobere den europäischen Süden.

Die Umstellung, was das Packen meiner Reiseutensilien angeht, habe ich als Wohnmobil Neuling recht gut gemeistert. Etwas Camper-Erfahrung ist ja da. Ein wenig ungewohnt war nur, keinen Koffer packen zu müssen. Und Bettwäsche und eigenes Essen darf in ausreichendem Maße mit.

Dazu die erste Nacht im Zelt, äh – im Wohnmobil. Der Regen prasselte aufs Dach und für kurze Zeit fühlte ich mich in die 90er Jahre zurückversetzt. Erinnerte mich an diese kalte Nacht im Zelt bei Gewittersturm und Starkregen, am Ursprung der Loire in Frankreich. In diesem Canyon im Zentralmassiv, wo es richtig kalt und feucht wurde. Unweigerlich blickte ich jetzt zur Decke in der „Schlafhöhle“ meines Wohnmobils. Tropft es? Nein, es ist trocken, wohlig warm.

Staying Alive! So lebendig fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Reisemobilisten, seid willkommen beim Luxus der Freiheit!

–Angelika Wohofsky (euer Wohnmobil Neuling)

#ilovecamping #iloverenting #luxusderfreiheit

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