Beziehungskiste, Mops, Wohnmobil, Schweden

Das ist der zweite Wurf der Tina Voß, Chefin eines Personaldienstleistungsunternehmens: „Kein Mops ist auch keine Lösung“. Wir haben das Buch als Reiselektüre getestet und finden, es ist durchaus witzig und mit guter Beobachtungsgabe geschrieben. Ein Buch für jene, die Möpse lieben.  😉

Uns gefielen die Dialoge im Mops-Buch, die so treffsicher einander jagen. Ähnlich einer bekannten TV-Serie aus den USA über eine Mutter-Tochter-Beziehung. In „Kein Mops ist auch keine Lösung“ geht es aber nicht um Mütter und Töchter, sondern um Kay und Sascha, um Juli und Mette, um Nele und Bernd und Hans und….

Kay ist erfolgreiche Unternehmerin, Sascha ein Ex-Soldat und Hundetrainer. Beide machen ihr gegenseitiges Schweigen zum Thema ihrer Beziehung. Bis Kay von ihrer Geschäftspartnerin Juli als Folge eines Messebesuches mit einer Wohnmobil-Tour nach Schweden überrumpelt wird.

Zwischenzeitlich verläuft das Leben der Freundinnen mehr als turbulent und liefert permanent Anlass zu missverständlichen Situationen: Geheimnisse voreinander, die Ex taucht auf und typisch emotionaler „Weiber-Kram“. Eine Operation an der Schulter, die von viel zu jung aussehenden Ärzten durchgeführt wird und ein Englischkurs wegen neuer Flamme inklusive.

Womo Neulinge

Mops Cover“ ‚Bist du jemals ein Reihenhaus gefahren?‘ … Wir benutzen den Blumentopf nicht? Ich hob den Deckel hoch. ‚Das ist ja ein Klo!‘ “

Solche Sager kennen wir wohl alle, als wir noch Neulinge unter den Wohnmobilisten waren. Und wir kennen das Geräusch, wenn die Schranktüren in der ersten Kurve aufspringen, weil wir vergaßen sie zu verriegeln. Äußerst amüsant ist auch die Schilderung vom Kampf mit dem Toiletten-Code und den körperlichen Qualen, will man die Chemietoilette im Womo nicht benützen und muss trotzdem raus. Raus über den ganzen Platz hin zum Sanitärhaus, weil die Grillpartie feuchtfröhlich mit allzu vielen Bieren endete.

Bis es zu diesen Erlebnissen kommt, darf der Leser sich durchs halbe Buch arbeiten. Doch der Lese-Weg dorthin verfliegt wie im Nu, dank der flotten Dialoge.

Mit zunehmendem Lesefortschritt werden die beiden Neo-Camperinnen richtig professionell. Anfangs noch belächelt, weil als Neulinge mit einem Vollintegrierten unterwegs. Bald aber verhalten  sich Kay und Juli wie alle Camper: Sie feiern, grillen, lästern über Stellplatznachbarn, befreunden sich mit zwei Typen, die ebenfalls per Campingbus nach Schweden unterwegs sind, kochen Kaffee, suchen in der Nacht das Sanitärhaus auf und leeren die Chemietoilette.

Ach, der Mops!

Was macht der Mops? Er verliebt sich in den Hund eines Camper-Paares, verfolgt Retriever, die Kinderkacke fressen, beißt die neue Mitarbeiterin Nele in die Hand vor lauter Gier und erobert das Herz von Kay. Mops-Fans werden wissen, wovon die Autorin schreibt, wenn der Mops Bernd  zum „Marzipanferkel auf der Flucht“ wird oder einfach nur sein Hinterteil zwischen die Beine seines Leih-Frauerls presst. Die hofft derweil, ihren Bernd nie wieder hergeben zu müssen und dass der Mops doch noch ihr eigener wird.

Wie geht die Story aus? Juli … in Schweden – no, na. Kay …. Sascha – no, na oder doch ganz anders? Und der Mops? Lest einfach selbst, welches Schicksal den Bernd ereilt.

Witzig für zwischendurch

Alles in allem ist dieses zweite Mops-Buch von Tina Voß unterhaltsam und kurzweilig. Wer Tiefgang von seiner Reiseliteratur verlangt, sollte über dieses Buch hinwegsehen.

Eine nette Geschichte, wohl gut im  Womo zu lesen, abends, wenn man offline ist oder einfach keinen Satellitenempfang hat und die Unterhaltung mit dem Stellplatznachbarn fehlt. Dann freut man sich über für den Mainstream passend gebürstete Dialoge und Beziehungskisten-Witz. Lacher inklusive.

Tina Voß ist Jahrgang 1969 und ausgebildete Betriebswirtin in Hannover. Ihre gute Beobachtungsgabe trägt sicher dazu bei, den Stoff um den Mops Bernd und Mode-Unternehmerin Kay unterhaltsam zu gestalten. Und die Story des ersten Buches über den Mops (Titel: „Ex & Mops“) fortzusetzen.

Was der Titel jedoch mit der Handlung zu tun hat, hat sich uns – wir lasen das Werk zu zweit – nicht erschlossen. Wir vermuten, dass das Buch ohne Mops auch keine Lösung für die geschilderten Verwicklungen und Beziehungskisten darstellen würde. Aber wie gesagt, das ist nur unsere Vermutung. Unser Fazit: Ein Buch für Mops-Fans und Frischlinge unter den Wohnmobilisten.

Tina Voß: Kein Mops ist auch keine Lösung. Dryas Verlag: 2015. ISBN 978-3-940855-62-6.

Titelfoto von Pixabay.

 

3 Gedanken zu „Beziehungskiste, Mops, Wohnmobil, Schweden“

  1. Hallo liebe Macher von Reisenmobil,
    vielen Dank für die tolle Rezi! Gerne kläre ich auch den Titel auf…lach. Es gab ja zu Beginn des Buches (ist ja ein 2.Teil) die Möglichkeit, dass Bernd, der Mops, wieder zu seinem Frauchen zurückkehren könnte. Aber Kay merkte irgendwann wie sehr sie an dem Tier hängt. So kam der Titel zustande. Kein Mops ist auch keine Lösung 🙂
    Liebe Grüße
    Tina Voß, die Autorin

    1. liebe Tina Voß,
      wir haben es uns ja ein wenig auch selbst gedacht, dass Kay ohne diesen Bernd nicht leben kann. Auf Sascha hätte sie vielleicht sogar verzichten können. *zwinker*

      Jedenfalls fanden wir, dass viele Szenen, die im Womo und am Campingplatz spielen, uns allen sehr, sehr bekannt vorkamen. 😉 Also wie gesagt: Lacher garantiert.
      Vielen Dank für die amüsante Lektüre (auf Amazon haben wir auch eine Rezi hinterlassen).
      Beste Grüße
      Angelika Wohofsky, CR von ReisenMobil

    2. liebe Tina Voß,
      wir haben es uns ja ein wenig auch selbst gedacht, dass Kay ohne diesen Bernd nicht leben kann. Auf Sascha hätte sie vielleicht sogar verzichten können. *zwinker*

      Jedenfalls fanden wir, dass viele Szenen, die im Womo und am Campingplatz spielen, uns allen sehr, sehr bekannt vorkamen. 😉 Also wie gesagt: Lacher garantiert.
      Vielen Dank für die amüsante Lektüre (auf Amazon haben wir auch eine Rezi hinterlassen).
      Beste Grüße
      Angelika Wohofsky, CR von ReisenMobil

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