Tauchen in Istrien

No Stress on Cres – Inselhüpfen Teil 2

Rab und Krk sind besucht. Jetzt bleibt noch Cres, als dritte Destination meiner 9-tägigen Inselhüpfen-Tour durch die Kvarner Bucht. Mir wurde zugetragen, es sei die Schönste der 3 großen Inseln in diesem Teil der Adria.

Cres
Selbst bei Katzen gilt: No Stress on Cres.

Die Insel Cres wirbt mit einem patentierten Motto, das sich sogar die dort lebenden Katzen zu Herzen nehmen: „No Stress on Cres!“ Stress lass nach also, auf Cres. Und nirgendwo auf meiner Reise sah ich soviele entspannte und gut genährte Katzen an einem schattigen Platz schlafen, wie hier.

Hektik wird für uns Besucher auf Cres ebenfalls unmöglich gemacht. Denn die Wege der Insel sind schmal, die Buchten versteckt. Man braucht einfach Zeit, bis man ans Ziel kommt, in die „private Badebucht“ oder zu einem schönen Platz. Selbst mit dem Boot fährt man gleich mal eine halbe Stunde zu einer der umliegenden Inselchen oder Orte.

Lang gestreckte Insel Cres

Cres ist rund 60 Kilometer lang. Man fährt schon 1,5 Stunden, um die Insel gemählich zu durchqueren. Und rechnet man die Nachbarinsel Losinj hinzu, dann ist man gleich mal rund 2 Stunden unterwegs.

Nur eine Flussbreite trennt Cres von Losinj.
Nur eine Flussbreite trennt Cres von Losinj.

Die Nachbarinsel ist durch eine Drehbrücke mit Cres verbunden. Und dabei sind die beiden doch nur um eine Flußbreite voneinander getrennt. Sie liegen quasi nebeneinander, Cres und Losinj. Trotzdem hat man auf keiner anderen Insel der Kvarner Bucht diesen Eindruck, auf einer Insel zu sein. Weil man links und rechts immer wieder den Blick aufs Meer bekommt.

Cres pur

Wer auf Cres urlaubt, muss einfach die Insel-Hauptstadt mit dem selben Namen besuchen. Das Städtchen liegt verträumt in einer Bucht mit Hafen. Ein Geheimtipp erscheint mir dort, neben der äußerst attraktiven Altstadt mit den verwinkelten Gassen, der Klostergarten im Franziskanerkloster. Von hohen Mauern umgeben, mit Kräuter- und Gemüsegarten ausgestattet, lässt es sich dort gut rasten. Und den Duft des Lavendels genießen. Im kühlen Schatten des Kreuzganges im Innenhof wachsen Blumen und Rosmarin.

Ich hatte ein anderes Ziel als Ausgangspunkt meines Cres-Aufenthaltes vor Augen: Slatina in Martinscica. Es liegt an der Westküste, vor der Bora geschützt, in einer Bucht. Von dort weg fuhr ich mit unserem Betreuer Klaus und dessen Freunden hinaus zu den Inseln. Und konnte dort so richtig Insel-Feeling schnuppern. Cres ohne Boot, das geht gar nicht, so meine Erkenntnis.

Eine Bucht, wie in der Karibik: Insel Zeca vor Cres.
Eine Bucht, wie in der Karibik: Insel Zeca vor Cres.

Einzigartig war die Tour auf Zeca. Eine von Kräutern wie Salbei, Lavendel, Wacholder dicht bewachsene Insel mit kristallklarem türkisem Wasser in der Bucht. Dort soll auch ein Wrack liegen, erzählt mir Klaus. Den Masten könne man noch sehen. Die Bucht ist wie Karibik. Das Wasser auch.

Blaue Grotte

Von Slatina aus lässt es sich auch gut mit dem Boot zur Blauen Grotte reisen. Eine Karsthöhle, die nur vom Meer aus zugänglich ist. Und in die man hineinschwimmen muss, will man sie sehen.

_DSC0038_blauegrotte_eingang_sGleich neben der Höhle fällt die Felswand steil auf 75 Meter Tiefe ins Meer hinab ab. Klaus behauptet, dort gäbe es viele Langusten und Tintenfisch. Ein Taucher, der neben unserem Boot in rund 8 Meter Tiefe harpunierte, wird wohl um die guten Jagdgründe unter Wasser wissen. Später wird er uns helfen, den Anker zu lösen, weil er sich in 7,4 Meter Tiefe verheddert hatte. Während wir in der Blauen Grotte waren.

Ist man einmal durch das Loch im Fels in die Blaue Grotte gelangt, herrscht dort ein dämmriges Licht. An dieses muss man sich erst gewöhnen. Dann wird das Wasser glasklar türkis und ein wunderschöner Dom mit Tropfsteinen an der Decke sichtbar. Sieht man genau hin, sintern dort die Mineralien als dunkelrote Kalkrosen aus. Das kommt angeblich vom Jod im Meerwasser, weshalb man für Mali Losinj überlegt, dort ein Meer-Kurbad zu errichten. Wegen der heilenden Wirkung des Jod-Wassers – das erklärt mir Klaus, während er von uns Fotos in der Grotte macht.

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Filmset Valun

Auch die Filmstadt Valun sollte man vom Meer aus anfahren. Denn so kennt man sie, aus der Serie „Der Sonne entgegen“. Wer nicht mit dem Boot nach Valun kommt, muss oberhalb des Städtchens das Auto parken und zu Fuß hinunter gehen. Es gibt auch einen kleinen Shuttle-Dienst hinunter in den Ort.

Wir fahren den Hafen von Valun an und ich bemerke, es ist viel kleiner, als in Erinnerung aus der TV-Serie. Wie immer, wenn man ein Film-Set in Realität sieht, ist halt alles kleiner. Das tut aber der Beschaulichkeit keinen Abbruch. Nein, es tut Valun gut, so klein zu sein. So ist man mitten ins Hafen-Geschehen eingebunden, und kann die Boote beobachten, die anlegen und wieder abfahren.

Übrigens, die „Tohuwabohu“, das Schiff aus der TV-Serie, gibt es nicht mehr. Schade. Dafür aber die Pension und das Restaurant davor schon, in dem man herrliches Dreierlei an Muscheln in Knoblauchsauce und exzellent gegrillten Tintenfisch bekommt.

Cres geht nur mit Boot so richtig kitschig.
Cres geht nur mit Boot so richtig kitschig.

Während wir im verträumten Hafen-Restaurant von Valun sitzen, legt ein Katamaran aus Österreich an. Mit Typen drauf, die durchaus in die Serie „Der Sonne entgegen“ gepasst hätten. Auf der Rückfahrt nach Slatina gab es dann kitschigen Sonnenuntergang mit goldfarben schimmerndem Wasser inklusive.

Wassermelone

Lubenica klebt ganz oben auf einem Felsen. Zur Bucht darunter führt nur ein Fußweg.
Lubenica klebt ganz oben auf einem Felsen. Zur Bucht darunter führt nur ein Fußweg.

Auf der Fahrt nach Valun waren wir noch an der Bucht von Lubenica vorbeigefahren. Jener Bucht, die wohl Impuls gebend für die Melonen in der oben genannten TV-Serie war. Lubenica ist das kroatische Wort für „Wassermelone“. Und der Name eines kleinen verschlafenen Nestes hoch oben auf einem Felsen über dem Meer. Man sieht es vom Boot aus, kann in die Bucht aber nur zu Fuß oder mit dem Boot gelangen.

Der Weg in die Bucht von Lubenica ist steil und steinig. Man benötigt rund 45 Minuten hinunter und sollte erst wieder abends hinauf gehen. Um den doppelt so lange dauernden Rückweg nicht in der Hitze zurücklegen zu müssen.

Wer den vielleicht schönsten Sonnenuntergang seines Lebens sehen will, wird nicht umhin kommen, abends den Ort Lubenica aufzusuchen. Oder seinen Badeaufenthalt unten in der Bucht so planen, um bei Sonnenuntergang oben retour zu sein.

Wildes Cres

Ein letzter Rest vom wilden Cres findet sich entlang der Straße nach Punta Kriza.
Ein letzter Rest vom wilden Cres findet sich entlang der Straße nach Punta Kriza.

Wer sich den vielleicht letzten Rest vom wilden Cres geben will, muss die Landzunge im Süden, östlich von Mali Losinj aufsuchen. Also nicht über die Brücke bei Osor auf Losinj fahren, sondern links in Richtung Punta Kriza, FKK Baldarin abbiegen. Nein, man ist hier nicht falsch, obwohl die Straße anfangs vermittelt, man habe sich auf einen Almweg verirrt.

Ein einspuriges Asphaltband führt hier durch Macchie, gesäumt von Steinmauern. Und endet beim FKK Camping Baldarin. Keine Sorge, es gibt Ausweichebuchten, sodass 2 Fahrzeuge aneinander vorbeikommen. Aber trotzdem ist das nur ein Band aus Asphalt, welches hier über die Halbinsel führt. Passives Fahren und Vorausschauen ist nötig.

Links und rechts dieser schmalen Straße ist die Landschaft dicht verbuscht. Zwischendrin sieht man Olivenhaine und Schafweiden. Ab und an auch, dass man hier neue Olivengärten anlegt und die Macchie rodet. Diese Felder sind mit Trockensteinmauern eingefasst, die nicht nur die Schafhaltung erleichtern. Sondern auch den wenigen Boden vor dem Ausblasen durch Wind schützen.

Links und rechts führen auch Wanderwege und Mountainbike-Routen ins „Nirgendwo“ dieser Halbinsel. Man fährt oder wandert halt in die Wildnis, erfahre ich später.

Mediation auf kroatisch: Schaf, Grill, Insulaner.
Mediation auf kroatisch: Schaf, Grill, Insulaner.

Nach zwei Dritteln dieser rund 15 Kilometer langen Strecke erreicht man den kleinen Ort Punta Kriza. Ein Inseldorf mit Kirche und Konoba. Vor dieser sitzt ein Typ neben seinem Griller, nach dem man seine Uhr stellen könnte. So erzählt mir ein Mountainbiker aus Leoben, den ich in der Konoba treffe. Wie  einer Statue gleich sitzt der Insulaner unbeweglich vor dem Grill, wo sich am Spieß ein Schaf oder ein Spanferkel für gute 3 Stunden lang dreht. Meditation auf kroatisch?

Subtropen

In Mali Losinj ist die Luft erfüllt vom Duft des Sommerflieders.
In Mali Losinj ist die Luft erfüllt vom Duft des Sommerflieders.

Man möchte südlicher sich aufhalten? Nema Problema. Dann heißt es entweder direkt in Mali Losinj am Campingplatz Cikat oder Bijar bei Osor Quartier beziehen.

Die antike Stadt Osor verfügt übrigens noch über eine bis zu 4000 Jahre alte Stadtmauer. Und in der Altstadt spielt ein Orchester aus Bronze. In Anlehnung an die alljährlichen Musikwochen, die in Osor stattfinden.

Traumhafte Buchten warten entland des Weges von Mali Losinj nach Veli Losinj auf Badegäste.
Traumhafte Buchten warten entland des Weges von Mali Losinj nach Veli Losinj auf Badegäste.

Auf der Insel Losinj herrscht schon subtropisches Klima. Der Duft des Sommerflieders erfüllt die Stadt Mali Losinj. Und ein schöner Weg führt die Küste entlang zu tropisch anmutenden Buchten nach Veli Losinj. Von diesem Weg aus kann man überall baden.

Übrigens, die Bevölkerung der Insel Losinj lebte wie auch jene von Cres immer schon vom Fischfang. So gibt es auch einen tollen Fischmarkt im Zentrum von Mali Losinj, gleich unten am Hafen. Ein Blick hinein lohnt sich. Selbstversorger werden dort allerlei Fisch und Meeresfrüchte für ihre Camper- oder Mobilheim-Küche finden.

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