Wenn der Putz bröckelt – Ein Kommentar

IMG_0697Schon komisch. Wir fahren in Urlaub und finden genau jene Regionen besonders reizvoll, in denen der Putz von der Wand bröckelt. Wo es verfallen aussieht und wir uns in eine andere Zeit versetzt fühlen und stolz sagen: „Ach wie schön, das ist Unesco-Weltkulturerbe“. Und wir spazieren zwischen Ruinen und in verlassenen Ortschaften, sind der Meinung, das sei jetzt typisch Kroatien, das sei typisch Italien und so weiter.

Dabei zählen diese Regionen, wo offensichtlich Gebäude leer stehen und der sprichwörtliche Putz von der Fassade fällt, wirtschaftlich oft zu den ärmsten Gegenden des Urlaubslandes. Denn wer dort kann, geht weg, verlässt die Gegend. Um Arbeit in der Stadt oder im Ausland zu finden.

Darf ich also ungeniert meinen Urlaub in einer solchen armen Gegend verbringen? Ja, ich darf. Weil mein Geld, das ich dort ausgebe, Arbeit schafft. Arbeit jenen gibt, die in dem von mir gewählten Urlaubsort leben. Die dort ihre Leben aufbauen, ihre Existenzen und Familien gründen. Die dort bleiben und sich bemühen, anderen Menschen eine schöne Zeit zu bereiten. Erlebnisse vermitteln und die Infrastruktur erhalten. Vielleicht sogar alte Häuser renovieren und damit wieder instand setzen. Oder regionale traditionelle Produkte erzeugen und uns Urlauber an diesen teilhaben lassen.

Ja, ich darf in solchen Gegenden urlauben, ganz besonders dann, wenn ich auch meinen persönlichen Bedarf vor Ort decke, mit Produkten aus der Region. Und deswegen plädiere ich dafür, den Kühlschrank im Wohnmobil vor Ort zu füllen. Nicht aus Bequemlichkeit das Teil daheim zu bestücken, sondern von unterwegs aus. Im Gastland einkaufen und sich mit den lokalen Produkten gleichzeitig auseinander zu setzen. Diesen Respekt sind wir den dort lebenden Menschen einfach schuldig.

Schließlich urlauben wir ja in einem europäischen Land. Und auch in Kroatien, Italien, Frankreich oder Spanien gibt es Supermärkte. Dort einzukaufen bedeutet, den Arbeitsplatz der dort lebenden Menschen zu sichern.

Es ist doch bei uns dasselbe. Wer hier Gast ist und alles mitbringt und nichts konsumiert, was an guten Produkten wir hier erzeugen, dem stehen wir doch selbst kritisch gegenüber. Mögen wir selbst also einen solchen (sparsamen) Gast?

– Angelika Wohofsky

„Fischplatte für 2 Personen, bitte!“ – Kommentar

IMG_0697Ja, das ist ein Kreuz mit dem „Riba“. Ich bring es noch immer nicht heraus und merke mir diesen kurzen Satz auf kroatisch einfach nicht: „Riblja za dvje osobe, molim!“ – „Fischplatte für zwei Personen, bitte!“

Während meiner Kroatien-Tour schaffte ich gerade eben die Aussprache des Kroatischen zu lernen und mir ein paar einzelne Begriffe zu merken. Aber die Riblja za dvje… will nicht hängen bleiben.

Dafür begriff ich, dass viele meiner Bekannten ein paar Orte einfach falsch benennen. Nämlich in Istrien. Die Halbinsel ist zweisprachig und deswegen finden sich dort kroatisch-italienische Ortsbezeichnungen. Da erzählen sie dir dann, die Bekannten, sie führen nach Bale-Valle. Dabei heißt es auf kroatisch „Bale“ und auf Italienisch nennt sich der selbe Ort „Valle“. In Österreich sagt ja auch niemand, man fährt nach Klagenfurt-Celovec.

Nach 2 Wochen Kroatien und lautem Aussprechen der Ortsnamen während der Fahrt (ich war allein unterwegs und konnte deswegen Selbstgespräche führen) hat sich auch der Knoten in meiner Zunge gelöst. Jetzt bringe ich ohne zu zögern „Martinšćica“ heraus und die Zunge bleibt auch heil. Ist ja nicht so ohne, ein „sch“ neben ein „tsch“ zu setzen, um mit einem „z“ zu enden. Nur die Aussprache des Žlahtina fiel leicht. Bei genügend Konsum dieses Weines wird das „Ž“ automatisch zum stimmhaften „sch“. Dafür brauchst nix üben. 🙂

Was die „riblja za dvje osobe, molim“ betrifft, werde ich wohl eher zu zweit wieder nach Kroatien fahren müssen, um ausreichend oft Fischplatte für zwei Personen auf kroatisch bestellen zu können. Dann werd‘ ich es mir hoffentlich merken, das Ding mit dem Riba.

– Angelika Wohofsky

Wohnmobil-Camping-Urlaub Tipps von GEBETSROITHER

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