Reisetipp des Monats – Slowenien im Westen

Viele Wege führen nach Rom. Viele Wege führen auch nach Istrien. Wir haben eine Route für euch ausfindig gemacht, die es in sich hat. Landschaftlich spektakulär, kulinarisch wertvoll. Hier unser Reisetipp Slowenien.

Die schnellste Verbindung an den Urlaubsort muss nicht die attraktivste sein. Wer sich Zeit nehmen und auch etwas sehen will, der reist über Kärnten, das Friaul und nordwestliche Slowenien an.

Der Weg nach Süden führt über Kärnten nach Friaul, in Italien. So wird die Autobahn bei Tarvis verlassen, und man nimmt die SS54 in Richtung Predilpass.

Reisetipp Slowenien

Diese Nebenroute führt an Bergseen vorbei, und im letzten Abschnitt in 4 Kehren auf die Passhöhe an die italienisch-slowenische Grenze. Dort wird die SS54 zur 203 und ein wenig enger – hier ein Bild vom Grenzübergang. Sie schlängelt sich hinunter nach Bovec.

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Etwas Abenteuer im Socatal, die Hängebrücken führen über den tief eingeschnittenen Fluss.
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Die Soca fließt im Oberlauf in einem tief eingeschnittenen Canyon.

Wer zur Mittagszeit im Sommer hier unterwegs ist, darf einen Ausflug von Bovec nach Soca (auf der 206) einplanen. Dabei fährt man mitten in den Triglav Nationalpark hinein. Der Gebirgsfluss Soca bietet schöne Plätze zum Flussbaden im milchig-türkisen Wasser und Hängebrücken als Mutprobe. Wir fühlten uns wie in Nepal, beim Durchfahren dieser wilden Landschaft.

ACHTUNG! Nordöstlich von der Ortschaft Soca verengt sich der Fluss zu einem wilden Canyon, der sich in den Karst eingeschnitten hat. Die Straße 206 führt von dort weiter hinauf auf den äußerst spektakulären Vrsic Pass auf 1611 Meter Seehöhe, und gilt als beliebte Motorradstrecke. Man muss aber 50 Kehren überwinden, um auf dieser Route bis nach Kranjska Gora zu gelangen (Foto Kehre 37).

Ungeübten Bergstraßen-Fahrern und Reisemobilisten mit größeren Fahrzeugen kompakte Teilintegrierte oder Vans bis 6,5 Meter Länge sei geraten: Finger weg von der 206 ab Soca. Im Frühjahr oder Herbst lässt sich diese Route durchaus fahren. Aber wie gesagt, man sollte geübter Bergstraßenfahrer mit kurzem, kompaktem Fahrzeug sein. Das ist vielleicht das Wichtigste für unseren „Reisetipp Slowenien“.

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Die Soca fließt durch das Städtchen Kanal in einer Schlucht.

Die Soca entlang

Wir wollen aber in den Süden. Also fahren wir nach einem erfrischenden Bad in der Soča zurück nach Bovec und das alpine Hochtal hinaus nach Kobarid.

Jene, die sich für die Geschichte des 1. Weltkrieges interessieren, sollten das Museum in Kobarid besuchen. Dort steht auch ein slowenisches Architekturerbe, die Napoleonbrücke. Übrigens, die Soča heißt hier „Isonzo“. Diese Gegend ist aus dem Geschichtsunterricht als Isonzo-Front bekannt.

Dunkelgrün bis Türkis ist das Wasser Soca.
Dunkelgrün bis Türkis ist das Wasser Soca.

Weiter geht es dem türkisen Wasser der Soča folgend nach Kanal. Kaffeepause und aussteigen ist hier Pflicht. Das Bergdorf umhüllt den tief eingeschnittenen Fluss. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Achtung: Kamera immer griffbereit dabei haben. Es gibt einfach zuviele Fotomotive entlang dieser Route.

Grenzgang zurück ins Friaul?

Eine Variante bietet sich für Reisende an, denen die Strecke über den Predil bis Kobarid schon zu spektakulär war. Von hier kann man auf der 102 zurück ins liebliche Friaul nach Cividale, die Langobardenstadt, fahren. Diese Route führt übrigens auch wieder an kleinen Dörfern und einem aufgelassenen Grenzübergang vorbei. Man wandelt hier eben auch an einem Stück Zeitgeschichte entlang.

Kanal ob Soci. Ein verträumtes Städtchen im slowenischen Soca.
Kanal ob Soci. Ein verträumtes Städtchen im slowenischen Socatal.

Mautfrei bis Triest

Von Kanal ob Soči fährt man dann weiter nach Nova Gorica. Die Soča begleitet hier die 103. Ihr Wasser schimmert unwirklich  in allen Grün- und Türkistönen. Haltebuchten zum Aussteigen und Fluss-Schauen sind vorhanden.

Wir fahren dann auch wieder zurück nach Italien, bei Gorizia vorbei in Richtung Monfalcone. Dort nehmen wir die Autobahn nach Triest. Übrigens, die kann man ab hier mautfrei bis zur slowenischen Grenze nützen! Da die erste Mautstation in Monfalcone steht.

Kaffeepause in Muggia bei Triest mit Blick auf den gegenüberliegenden Hochseehafen von Triest.
Kaffeepause in Muggia bei Triest mit Blick auf den gegenüberliegenden Fachthafen und Werften von Triest.

Kaffee-Pause in der Kaffeestadt

Triest gilt als italienisches Zentrum des Kaffees. Der Triestiner trinkt, laut des Blogs „Green Cup Coffee“, doppelt soviel Kaffee wie der italienische Durchschnitt. Wir nehmen die Autobahnausfahrt nach Muggia, einem kleinen Hafenstädtchen mit Blick auf den großen Triestiner Hafen gegenüber.

Kaum sind wir von der Autobahn abgefahren, riechen wir Kaffee! Der Duft findet unweigerlich zu uns ins Auto, als wolle er sagen: Stopp! Espresso-Pause!

Hier in Triest ist die Rösterei des bekannten Illy-Kaffees beheimatet, die 1933 gegründet wurde. Unseren italienischen Espresso nehmen wir aber in Muggia, im Zentrum. Der kleine malerische Hafen bildet einen extremen Kontrast zum Autobahngewirr rund um Triest.

 Weinberge und Salinen

Wir geben zu, wir haben uns in Muggia bei unserer Weiterfahrt nach dem Espresso verfahren und landeten mitten in den Weinbergen von Kolomban. Unser Lohn: Ein sagenhafter Ausblick auf die Bucht von Triest mit der Stadt im Hintergrund.

Verfahren und mit grandiosem Ausblick von den Weinbergen belohnt.
Verfahren und mit grandiosem Ausblick von den Weinbergen auf Triest belohnt.

Danach ging es über Koper nach Izola und zu den Salinen in Sečovlje. Ortsbezeichnungen wie „Bellevue“ fallen uns auf. Diese beschreiben aber genau den Eindruck, den wir von der Landschaft hier erhalten. Sie ist lieblich, lieblich sind die Ausblicke auf Weinberge, kleine Ortschaften und Buchten. Ein Stück Slowenien mit viel, viel italienischer Prägung.

Reisetipp Slowenien: Salinen von Secovlje.
Die am nördlichsten gelegenen Salinen des Mittelmeeres, Secovlje.

Zum Reisetipp Slowenien gehören auch die Salinen von Sečovlje, die einen Landschaftspark mit Schutzgebiet darstellen. Sie liegen in einer Lagune, einem Feuchtgebiet, in dem 253 Vogelarten leben. Salinen dieser Art findet man nur noch in den Lagunen von Strunjan, beim etwas nördlich gelegenen Izola/Portoroz. Sečovlje ist damit eine der beiden nördlichsten noch aktiven Salinen im Mittelmeerraum, in der auf traditionelle Art Salz gewonnen wird.

Von Sečovlje aus erreicht man rasch die kroatische Grenze. Wir haben nach einer spannenden Anreise gut und glücklich die Urlaubsorte an der istrischen Küste in Umag und Novigrad erreicht. Und wen Hunger während einer solchen Tour plagt, der sollte sich auf die kleinen Restaurants und Gasthäuser (slow. „gostilna“) entlang dieser Strecke einlassen. Regionale Kost gibt es nämlich nur dort, in Lokalen, die auch von Einheimischen gerne besucht werden.

Slowfood ist angesagt

Unsere Slowfood-Speisekarte für den Reisetipp Slowenien:

  • Frika (ein slowenischer Eierkuchen mit Kartoffeln oder Polenta)
  • Žlikrofi (in Kärnten bekannt als „Schlickkrapferl“) sind Teigtaschen mit Soße oder als Beilage, ähnlich Ravioli
  • Palačinke mit Marmelade, Schokolade oder mit Nüssen (steht auf beinahe jeder Speisekarte in Slowenien und Istrien)
  • Die Potica, ein Nusskuchen, auch als Pogatschen bekannt
  • Wilder grüner Spargel mit istrischer Pasta, die Pljukanci, auch mit Trüffeln wird diese Pasta zubereitet. Zubereitung istrischer Pasta hier.
  • Gobova juha, slowenische Buchweizensuppe mit Pilzen
  • Bujta Repa, ein Rübeneintopf mit Hirse und Schweinefleisch (Slowenien)
  • Heidensterz, slowenisches Nationalgericht aus Buchweizenmehl, Grieben und Öl mit Eintopf, Sauerkraut oder Wurst (Krainer Wurst) serviert.
  • Grütze aus Buchweizen, Mais oder Gerste ist žganci und wird ebenfalls mit Sauerkraut oder als Beilage zu Fleisch serviert
  • Minestra, die istrische Gemüsesuppe mit Rollgerste, Bohnen und Selchfleisch; isst man mit Weißbrot
  • Pršut oder Prosciutto, der luftgetrocknete Schinkenspeck
  • Die Struklji sind Topfen-Strudel, mit salziger und süßer Fülle; sie werden nicht gebacken, sondern gekocht.
  • Gebackene Mäuse in Istrien, Germteig Dessert mit Zimtzucker-Mischung bestreut; sie werden auch an Marktständen erkauft und dort frisch zubereitet
  • Teran, der typische Rotwein für den Karst; in Italien heißt er Terrano

Zusammenfassung

Unser Fazit: Zeit lassen, einen Tag mehr vielleicht einplanen, bei der Anreise nach Istrien und diesen Reisetipp Slowenien ernsthaft einplanen. Und dabei alle kulinarischen Leckerbissen Sloweniens mit gutem Gewissen mitnehmen. Schließlich führt der Weg durch ein Land auch durch den Magen.

Campingplätze in Istrien gibt es hier.

2 Gedanken zu „Reisetipp des Monats – Slowenien im Westen“

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