Sorben, Sachsen, Schweizer

Die Sächsische Schweiz zählt zu den besonderen Ecken Ostdeutschlands. Sie erinnert landschaftlich an die Schweiz und bietet in der angrenzenden Lausitz auch noch eine besondere Volksgruppe, die es kennenzulernen lohnt.  Dort leben nämlich  die Sorben mit einer eigenen Sprache und Kultur.

Sächsische Schweiz
Sandstein-Formationen prägen die Sächsische Schweiz.

Rund 20 Kilometer südöstlich von Dresden liegt die Sächsische Schweiz.  Sie ist Teil des Elbsandstein-gebirges, dessen südlicher, tschechischer Teil „Böhmische Schweiz“ genannt wird.

Woher stammt der Name? Zwei Schweizer Künstler, Adrian Zingg und Anton Graff, wurden 1766 an die Dresdner Kunstakademie berufen. Blickten sie von dort nach Süden, sahen sie einen Tagesmarsch entfernt ein Gebirge, das die beiden an ihre Heimat, das Schweizer Jura, erinnerte. So kam das Elbsandsteingebirge zu seinem Namen und wurde kurzerhand zu einer zweiten Schweiz ernannt.

Das ursprünglich slawisch besiedelte Gebiet der Sächsischen Schweiz ist für seine bizarren Sandsteintürme bekannt. Die sich als einzeln stehende Felsformationen aus der von Wäldern geprägten Region erheben. Dazu gesellen sich noch zahlreiche Burgen, die an alten Handelswegen erbaut wurden. Und eine Vielzahl an geschichtsträchtigen Ereignissen vieler hundert Jahre fanden in diesem Teil Deutschlands statt.

Man spürt in der Sächsischen Schweiz, dass es sich hier um eine alte Kulturlandschaft handelt. Selbst die Landschaft scheint dieses wildromantische Flair in sich gespeichert zu haben und beflügelt die Fantasie.

Klettern in der Sächsischen Schweiz

Dieser einzigartige Naturraum ist seit 1990 Nationalpark, dessen Sandsteinfelsen ein beliebtes Klettergebiet darstellen. Hier wird auch nach den „Sächsischen Regeln“ geklettert. Nämlich Seile und Sicherungspunkte dürfen nicht zur Fortbewegung, sondern ausschließlich zur Sicherung verwendet werden. Das heißt, statt Klemmkeilen und Friends gibt es nur Knoten und Bandschlingen. Im Klettergebiet ist wildes Campen übrigens erlaubt, wenn man als Klettersportler unterwegs ist.

Fantasy-Land

Das hat was von "Herr der Ringe".
Kleine Fachwerkhäuser vermitteln das Flair von Fantasy.

Der Kurort Ranthen bietet nicht nur Opern-Genuss auf seiner Felsenbühne. Hier wandert man die 200 Höhenmeter hinauf zur Bastei. Ein Aussichtspunkt mit malerischer Kulisse, die einen zwangsläufig an Fantasy-Filme wie „Herr der Ringe“ erinnert. Zwangsläufig hält man Ausschau nach Hobbits und wünscht sich vielleicht sogar, dass diese hinter einem Felsen hervorkämen, oder aus einem der kleinen Fachwerkhäuser treten.

Zugang zur Bastei, die über eine in die Felstürme gebauten Steinbrücke führt.
Zugang zur Bastei, die über eine in die Felstürme gebauten Steinbrücke führt.

20 Kilometer von Rathen entfernt liegt auch das für sein Porzellan bekannte Meißen. Und westlich von Dresden liegt das „Sächsische Manchester“: Chemnitz.  Stadt des Manschinenbaus und während der DDR-Zeit als „Karl-Marx-Stadt“ bezeichnet.  Hier kann man sozialistischen Städtebau, den Plattenbau, bewundern. Chemnitz steht zu seiner wirtschaftlichen Vergangenheit, bietet ein sehenswertes Industriemuseum.

Land der Sorben

Fährt man von der Sächsischen Schweiz ein paar Kilometer nach Nordosten, in Richtung Oberlausitz, dann kann man wieder mittelalterliches Flair bestaunen. Bautzen hat einen wunderschön renovierten alten Stadtteil mit Stadtmauer und Wehrtürmen. Obendrein gilt es als kulturelles Zentrum der Sorben. Sie sind eine slawische Volksgruppe mit eigener Sprache und Kultur.  Die Universität Leipzig verfügt über ein Institut für Sorbistik, sodass man dort diese Sprache lernen kann.

Durch die Sächsische Schweiz fließt der geschichtsträchtige Fluss, die Elbe.
Durch die Sächsische Schweiz fließt der geschichtsträchtige Fluss, die Elbe. Hier der Blick von der Bastei in Ranthen.

Zu Fuß oder mit dem Mountainbike lässt sich die Sächsische Schweiz auf besonders intensive Art erfahren. Man reist dann einfach mit dem Reisemobil zum Nationalpark an (Campen erlaubt!). Und dann geht es auf Schusters Rappen oder mit dem Drahtesel beschaulich weiter.

Zusammenfassung

Wir haben die Sächsische Schweiz auf unserer Tour in Richtung Norden mitgenommen. Fuhren sie von Prag kommend an. Es lohnt sich auf jeden Fall hier mehrere Tage zu verbringen und auch Ausflüge ins Umland (Chemnitz, Bautzen, Meißen) zu tätigen. Und vielleicht wechselt man dabei ein paar Worte mit den Einheimischen, die in Erinnerungen über die „gute alte DDR-Zeit“ zu schwelgen verstehen. Dabei so manch erstaunliche Sicht auf die Welt zu erzählen wissen.

Quelle: Wikipedia Säschische Schweiz, Wikipedia Bautzen, Reiseführer MERIAN Deutschland.

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