Unterwegs mit Hund in Frankreich Nord

Sonja und Franz Buchgraber waren mit einem Gebetsroither-Wohnmobil im vergangenen Sommer in Frankreich unterwegs. Mit dabei ihr Hund, ein Flatcoated Retriever und ihre Tochter Anna. Hier der Reisebericht der Beiden, der auch in der März-Ausgabe des Journals der österreichischen Retriever-Clubs erschienen ist. Übrigens, auch die Blog-Redaktion war mit diesem Wohnmobil schon unterwegs.

(Von Sonja und Franz Buchgraber). Voriges Jahr sind wir mit einem Miet-Wohnmobil  (Adria Matrix, 7m lang, mit Hubbett und Stockbetten hinten) aufgebrochen um 3 Wochen Urlaub mit unserem Kind Anna, 13 Jahre und unserem Hund Ennio, einem Flatcoated Retriever, 16 Monate,  in Frankreich zu machen.

Da wir flexibel sein wollten und offen  für alle unsere Wünsche,  sind wir ohne Vorbuchung aufgebrochen. Dabei hatten wir unsere Reisepässe, Führerscheine und für unseren Hund den Heimtierausweis.

Auf unserer Reise wollten wir unbedingt erleben: Eurodisney Resort Paris, die Stadt Paris selbst mit  Schloss Versailles, das Loiretal mit seinen berühmten Schlössern, die Bretagne und die Normandie mit ihren schönen Küsten. Klingt nach sehr viel für drei Wochen, doch wir haben es geschafft, nach 4500 km.

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Ausgerüstet mit Grundnahrung  für Mensch und Hund und  Bekleidung für jede Witterung fuhren wir über Deutschland (Übernachtung in Günzburg) nach Frankreich in die Nähe von Paris. Dort hatten wir für 6 Tage einen Campingplatz mit Busanbindung zum Eurodisney und Schnellbahn nach Paris gebucht. Der Campingplatz liegt in einem Seengebiet und war für unseren  Ennio  sicher das Paradies.

Während wir, mein Mann und ich, uns an zwei Tagen abwechselten und immer einer mit Anna ins Eurodisney fuhr (keine Hunde erlaubt),  blieb der andere mit Ennio am Campingplatz und verbrachte den Tag mit ihm; mit tollen  Spaziergängen über Wiesen und Weidewege und immer wieder  schwimmen im See (nur Ennio, für uns war es zu kalt, da es immer wieder regnete und ein böiger Wind wehte). Der Warmluftheizung sei Dank war uns nicht kalt, denn am Abend war es leider Ende August, bedingt durch einen Schlechtwettereinbruch, doch sehr kühl.

Der Eifelturm ruft.
Der Eifelturm ruft.

Nach Paris mit Hund Ennio

Nach diesen 2 Tagen fuhren wir mit Bus und Schnellbahn bzw. Metro in die Stadt  Paris. Wir hatten schon zuhause einen Maulkorb besorgt und die letzte Woche immer mit Leckerli geübt. Das klappte sehr gut und immer beim Einsteigen und beim Aussteigen befestigten wir den Maulkorb und während der Fahrt öffneten wir ihn wenn Ennio zwischen uns lag. Die Pariser wichen höflich aus oder, je nach Mut, setzten sie sich zu uns, Ennio nahm es gelassen.

Notre Dame.
Notre Dame.

Paris, eine Weltstadt, und unser Ennio, die Landpomeranze, verstanden sich von Anfang an. Wir haben uns 2 Tage Paris gegönnt und erkundeten die berühmtesten Sehenswürdigkeiten (von außen). Wir bestaunten den Eiffelturm, Montmartre, Place Pigalle, den Arc d.Triomphe, die Prachtstraße „Champs Elysee“, die Neustadt „la Defense“.

eEnxUKM1gbZZjOyiHNbhp4RubivtfVkf1DUndztkshI,KZMrlKYcMplXBNY9IEBP6ELatP02CT3mFhJmjNXePD4All diese Besichtigungen waren  mit Hund  überhaupt kein Problem. Wir sind viel mit der Metro gefahren und umgestiegen. Neben den vielen Rolltreppen um die verschiedenen Ebenen der U-Bahn zu erreichen gibt es immer wieder Treppen oder Lifte, also überhaupt kein Problem für Hunde. Ich hatte zwar am Abend leichte Wadenspatzen, aber das ist eine andere Geschichte…

Ennio wird gemocht

Bei dem prunkvollen Schloss Versailles, mit dem berühmten Spiegelsaal wo allein der Eingang zur Schlossanlage mit den vergoldeten Zäunen schon  sehenswert  ist, mussten wir Ennio draußen lassen. Was aber kein allzu großes Problem war, da es regnete und dadurch in den berühmten Gartenanlagen alle Springbrunnen ausgeschaltet waren. So teilten wir uns wieder auf, ich ging mit Anna das Schloss und die Gärten besichtigen und es traf sich für Franz und Ennio gut, dass auch gleich in der Nähe eine gute Brasserie war mit einfachen Speisen.  Unser Hund bekam auch immer einen Wassernapf hingestellt und wenn sich die Franzosen schon nicht auf ihn stürzten, so wie die Italiener, waren sie  immer  freundlich zu uns und zu Ennio.

Wir trafen im Verlauf unserer Reise auch viele Briten und sie kannten fast alle unsere Hunderasse. Ist der Flat Coated Retriever  in England doch sehr verbreitet.

Hund und Kind im Womo

Danach zogen wir weiter ins Loiretal und die warmen Sachen konnten wir gleich wegpacken. Es wurde heiß. Wir schauten uns ein paar berühmte Schlösser, wie Fontainbleau,  Chambord, das Wasserschloss Chenonceau, Villandry,  und ein paar Städte am Weg wie Beaugency, Loches und Samur an. Immer wieder suchten wir Strände an der Loire auf um unseren Ennio ins Wasser zu bringen.

Wir fanden viele und auch schöne Spazierwege. Viele der Gärten sind auch mit Hund zugänglich. Doch Tochter Anna hatte nicht mehr so eine große Begeisterung für all diese Anlagen und Schlösser und nach dem 3. Labyrinth zog sie sich schon lieber mit Getränk und frischen Crepes  in das kühle Womo zurück. Wir konnten  ruhigen Gewissens die beiden alleine  zurücklassen.

Die Gärten von Villandry.
Die Gärten von Villandry.

Dann kamen wir doch in der Mitte unserer Reise bei St. Nazaire an die Atlantikküste. Das erste Mal Meerwasser für Ennio. Das salzige war ihm egal aber wenn die Wellen zu laut und schnell an das Ufer rollten, sprang er zurück und schaute sich diesen Vorgang lieber aus sicherer Entfernung an.

Die Strände in den Städten sind im Sommer für Hunde verboten. Wir waren  Anfang September dort und die Badestrände waren schon leer. Wir sahen nur mehr Spaziergänger mit oder ohne Hund an den Stränden und niemand kümmerte sich zu dieser Zeit um das Hundeverbot.

Beschauliches Camping

Viele der Campingplätze waren auch schon sehr schwach besucht, teilweise war an der Rezeption schon keine Anmeldung mehr möglich, doch die Toiletten- und Badehäuser waren noch zu benutzen.

Oft wurden diese Campingplätze auch von Angestellten von örtlichen Bäckereien angefahren und diese lieferten das frische Brot, frische Croissants und Baguettes zur rechten Zeit in der Früh, hmm… das wurde zu unserem Lieblingsfrühstück in diesen drei Wochen.

In den Supermärkten kauften wir  Käse- und Wurstspezialitäten der Region und waren die gesamte Urlaubszeit wahrlich reich beschenkt mit den kulinarischen Genüssen Frankreichs.

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Die Kreidefelsen von Etretat, Normandie.

Burg und Kreidefelsen

Mont Sant Michel.
Mont St. Michel.

Mont St. Michel war uns auch einen Besuch wert. Von weitem kann man schon die mächtige Burg- und Klosteranlage sehen. Erst wenn man ihr näher kommt, sieht man, dass sie über eine Brücke zu erreichen ist, die durch grüne Weideflächen für Schafherden und  über brackiges Wasser und nassen  Meeressand führt, wobei  Ebbe und  Flut das Ufer immer wieder  abwechselnd trocknen lassen oder überschwemmen. In der Burg sind nach oben angelegte Rundwege angelegt, die auch zu schönen Spaziergängen einladen und zu feinen Besuchen in Restaurants und natürlich auch vielen Souvenirläden.

Unser Ennio mochte die Küste.
Unser Ennio mochte die Küste.

Die steilen Nordküsten der Bretagne und der Normandie sind sehr reizvoll und sehen sehr malerisch aus mit den weißen Kreidefelsen und mit den glänzenden dunklen Feuersteinen inmitten. Über den Felsen gibt es kilometerlange  Spazierwege, die bis zu den Felsen führen oder auch zu den kleinen Buchten nach unten. Also wieder genug Auslauf für Ennio. Dahinter liegen oft riesige Äcker, die gerade abgeerntet waren. So konnte Ennio sich darauf austoben.

unspecified1In den liebevoll gepflegten Küstenstädtchen (Ploumanach, Arromanches, Etretat, Le Treport)  mit ihren Steinhäusern, den bezaubernden Gärten und den vielen verführerischen Brasserien hätten wir es alle auch noch viel länger ausgehalten. Durch diese so kleinen Gassen zu spazieren, Auslagen zu schauen und doch immer wieder in das Grüne und ans Meer zu gelangen ist gerade für uns Hundebesitzer so schön.

Le Treport in der Normandie.
Le Treport in der Normandie.

Doch die Zeit verging und wir mussten langsam an die Heimfahrt denken. Nach vielen Besuchen in verschiedensten Restaurants, Konditoreien mit meist eigener Herstellung von Schokolade, und vielen Spaziergängen durch die kleinen Gässchen der Städtchen und der Vorstädte oder über das Land lernten wir viele Franzosen kennen und sahen so schöne gepflegte  Anlagen und Häuser.

Ein Urlaub voller Erlebnisse

KDuzmMStF8KKsGa9ZUb95W-Gtj4Uoa3D1KBXMjB-CGk,LDUfk9KLklSNnsju77GjxrtAsO8FA1nDI2it07DNEZAZum Schluss können wir sagen, dass Urlaub mit Hund und Womo in Frankreich ein Erlebnis ist. Frankreich, das wir besucht haben, war hundefreundlich, mit einer  bezaubernden Landschaft  für uns und Hund, da es so viele Spazierwege abseits von Straßen und durch Wälder oder über Felder gibt. Immer wieder laden Flüsse oder Seen zum Abkühlen ein,  mit angenehmen Temperaturen  im Spätsommer.

Freundliche Menschen in Frankreich

Mit unserem  Schulfranzösisch  kamen wir vielen Menschen näher und erfuhren  viel über Land und Leute. Oft reichten nur ein paar Worte in Französisch und uns wurde sofort in Englisch ausgeholfen. Die überaus höfliche und zuvorkommende Art der Franzosen bemerkten wir am häufigsten an Orten, wo viele Menschen zusammen waren, z.B. im Eurodisney oder in der U-Bahn, es gab nie jemanden, der sich vordrängte oder zu uns unhöflich gewesen war.

Unser gemietetes Wohnmobil an der Loire.
Unser gemietetes Wohnmobil an der Loire.

Ich hoffe nur, dass wir auch unseren Österreichurlaubern mit dieser Höflichkeit gegenüber treten, wie wir es diese 3 Wochen erleben konnten. Am Land merkt man auch noch ein wenig den Spirit der 80-ger, Verbote werden großzügig übersehen, die Straßen eher schmal, die Autos eher kleineres Format und überall Platz zum Parken, auch für uns Womofahrer – und immer Zeit für Kaffee und ein Gespräch. Es gibt auch tatsächlich Franzosen, die noch nie einen Österreicher gesehen haben. Das erzählte man uns tatsächlich an der Loire.

„Vive la France“ auch heuer 2016! Diesmal geht es mit Womo und einem Familienmitglied mehr, unserem Flat Coated Jungspund Gillian’s Choice Head over Heels „Henry“, in den Süden Frankreichs.

Etretat in der Normandie. Hier findet man auch die berühmten Kreidefelsen.
Etretat in der Normandie. Hier findet man auch die berühmten Kreidefelsen.

Gastbeitrag redaktionell bearbeitet. Alle Fotos von Buchgraber. Hier kann man den Beitrag im „Retriever“ Journal auch downloaden: Retriever

6 Gedanken zu „Unterwegs mit Hund in Frankreich Nord“

  1. Vielen herzlichen Dank ,
    für das Bericht, ich werde mit meinen beiden Jugendlichen Kindern und Hund meine erste WoMo Urlaubsreise machen,
    ich fragte mich nun wo habt ihr das Wohnmobil gemietet,
    ile Anbieter wünschen keine Hunde, über Tips würde mich freuen
    Grazyna aus Berlin

    1. hallo, sorry wegen der verspäteten Antwort. die Blogredaktion war auf Tour und unterwegs.

      Das Reisemobil für die Reise nach Frankreich wurde bei Gebetsroither http://vermietung.gebetsroither.com/ gemietet. Gebetsroither ist in Österreich ansässig und hat drei Niederlassungen, an denen Reisemobile gemietet und auch gekauft werden können: Hagenbrunn bei WIEN, Timelkam bei VÖCKLABRUCK in Oberösterreich und die Europazentrale von Gebetsroither ist in der Steiermark ansässig, in Weißenbach bei LIEZEN.
      Leider sind uns in Deutschland keine Vermieter bekannt, die Hunde in ihren Mietfahrzeugen akzeptieren. Wir schlagen aber vor, sich dazu im Forum von http://www.promobil.de umzuhören. Vielleicht erfährt man dort, wer Hunde ins Reisemobil lässt.
      beste Grüße,
      Angelika (CR Blog ReisenMobil)

  2. Frankreich ist einfach ein Traum und mit Womo und auch Hunden problemlos… wünschen Euch eine gute Reise…
    Franz Buchgraber,Sonja Pircher

  3. Sehr schöner Bericht. Wir – 59 + 64 – werden im September unseren allerersten WoMo-Urlaub in Angriff nehmen. Dazu haben wir zu zweit einen Citroen Clever Drive 600 gemietet. Das wird ein Abenteuer und die Generalprobe für eine längere Reise nach Frankreich – wo ich nach Jahren mal wieder die Bretagne besuchen möchte. Ich bin gespannt wie uns die WoMo-Reise gefallen wird. Wir haben erst mal nur 14 Tage gebucht. Liebe Grüße ?Sigrid?

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