Wenn der Wegrand dich füttert – Ein Kommentar

IMG_0697Ein Bekannter, er heißt Virko (Künstler und Geomant), meinte vor vielen Jahren schon zu mir: „Du kannst eine Landschaft erst begreifen, wenn du das isst, was dort wächst und produziert wird.“

Wenn ich also auf Reisen gehe, begleitet mich dabei auch immer das Essen meines jeweiligen Reiselandes. Schließlich geht nicht nur die Liebe durch den Magen. Auch die landestypische Küche beflügelt die sinnliche Fantasie und macht offen für neue Eindrücke. Neue Weltbilder, neue Lebensweisen erschließen sich.

Wer kennt das nicht? Der Rotwein schmeckt halt in Italien anders als daheim. Auch die Calamari scheinen sie bei uns hier nicht so hinzukriegen. Die sind einfach anders, da unten im Süden. Gleichzeitig würden wir ähnlich empfinden und schmecken, würden wir ein Butterbrot mit Steirerkas in Sizilien essen.

Das Phänomen lässt sich erklären. Luft, Klima und die Geschichte einer Landschaft sind in der Nahrung enthalten. Und diese Energie riecht man sogar, in einem Pinienwald am Mittelmeer, in einem Fischerhafen an der Adria. Oder in einem landestypischen Gericht. Was für Winzer gilt, der Geschmack des Weines bildet die Lage des Weinberges ab, gilt auch fürs Essen.

Auf meinen Reisen halte ich gerne am Wegesrand Ausschau nach lokalen Spezialitäten. In Österreich sind diese durch die Kennzeichnung von Genussregionen leicht erkennbar. Logisch also, wenn ich durch Kärnten fahren, die Specksemmel mit Gurktaler Luftgeselchtem Speck mit zum Proviant zählt. Klar aber auch, dass ich im Ausland an den Obst- und Gemüseständen am Rand der Landstraßen halte. Oder Bauernmärkte besuche, um zu kosten und zu schmecken. Dabei immer wieder Neues ausprobiere, wie die sauer eingelegten Pflaumen in Ungarn, am Markt in Györ.

Alles Märkte, die nicht im Internet stehen und durchs Bereisen erst entdeckt werden. Ganz nebenbei kommt man ins Gespräch mit Einheimischen. Essen ist halt kommunikativ.

Rund um die Adria gibt es diese kleinen Straßenstände. Wo man Melonen, Wein, Melanzani, Tomaten und auch ein wenig Brot, Olivenöl und Käse kaufen kann. Das, was die einheimische Bevölkerung täglich am Tisch hat. Genau diese Dinge bereichern auch mein Essen. Und lassen mich mein Reiseland erst richtig intensiv erleben.

–Angelika Wohofsky

#ilovecamping #iloverenting #luxusderfreiheit

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