Wenn der Zufall Regie führt – Ein Kommentar

IMG_0697Das Beste, was ich auf Reisen erlebe, ist immer ungeplant. Du kannst dich zwar mit Führern und mit Internet-Recherche vorbereiten. Die Schmankerln findest du aber nur während der Tour. Wenn du mit Einheimischen sprichst, eine ungeplante Route wählst oder einfach nur der Nase nachfährst.

Nach rund 8.000 Kilometern mit dem Wohnmobil seit Mitte Juni stelle ich immer öfter fest: Die besten Sachen passieren mir am Weg selbst. So fand ich zum Farant Straßenfest erst durch einen Tipp von außen. Ein Kirchtagsfest, bei dem fahrende Händler am 15. August ins kärntnerische Globasnitz kommen und dort ihre Waren anbieten.

Auch der Weitblick auf unendlich erscheinenden Sandstrand an der östlichen Adria ist einem Gespräch zu verdanken. Die Internet-Recherche zeigt das nämlich nicht, dass du von Silvi Alta in den Abruzzen (dem ursprünglichen Silvi, das du von der Küste aus nicht wirklich siehst) ein Panorama erlebst, das einer Fotomontage gleich kommt. Obendrauf gibt es auch noch eine tolle Altstadt, mit Restaurants und Blick auf die Ausläufer des Gran Sasso Massivs.

Auch Civitella del Tronto in der Provinz Teramo wurde beim Plaudern mit Bruno, dem Manager des  Campingplatzes Stork, entdeckt. Die Stadt mit Festungsanlage erweckt beim Besucher den Eindruck, irgendwo in Südtirol zu sein. Aber bestimmt nicht im Grenzgebiet zwischen den Regionen Marche und Abruzzo im beginnenden Süditalien. Ganz abgesehen von Büffelmozzarella in Caserta, und von einem magischen Erlebnis in einer Höhlen-Kirche am Wallfahrtsort Monte Sant‘ Angelo im süditalienischen Gargano-Gebiet.

Nur wenn man diesen zufälligen Hinweisen nachgeht, entstehen die wahren Reiseerlebnisse, die man oft nicht in Bilder geschweige denn in Worte fassen kann. Weil sie magisch und intensiv sind, weil der Zufall dabei Regie führt.

– Angelika Wohofsky

 

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