Wohnmobil versichern

Wohnmobil versichern, aber richtig!

Das neue Wohnmobil ist da und will versichert sein. Wir verraten euch die wichtigsten Punkte, die ihr bei der Wahl des Versicherungspaketes berücksichtigen solltet.

Unser Schweizer Gastblogger bringt es beim Thema „Wohnmobil versichern“ auf den Punkt:

„Ich kann beruhigt in den Urlaub fahren und muss nicht ständig Angst haben, dass ich bankrott bin, wenn mir etwas passiert.“

In dieser Aussage liegt schon die Antwort auf die Frage nach der Wahl der richtigen Versicherung für Wohnmobil oder Wohnwagen.  Trotzdem wollten wir auch unseren Verkaufsleiter bei uns im Haus mit der Frage konfrontieren: „Wie am besten ein Wohnmobil versichern?“

Wolfgang Lüftenegger meinte dazu nüchtern:

„Mindestens Teilkasko und noch besser,  eine Vollkasko wählen. Und genau drauf schauen, was die Versicherungsleistung beinhaltet.“

Lasst uns also einen Blick hinter diese Empfehlung werfen, worauf sie sich begründet. Denn ein Wohnmobil versichern geht oft über eine bloße PKW-Kasko hinaus.

Kleine Anfangshürde dabei: Nicht sofort den richtigen Ansprechpartner für die Angelegenheit „Wohnmobil versichern“ zu finden. Und auf „überforderte“ Versicherer zu treffen, die wenig Erfahrung mit der Materie aufweisen.

Auch unser eingangs zitierter Gastblogger Ralph erzählt auf seinem Blog, dass, bis er die richtige Lösung hatte, „einige Versicherungsvertreter bei ihm im Haus“ zu Besuch waren. Also sollte man schon selbst ein wenig über die Hürden und Lücken der  Womo-Versicherung bescheid wissen.

Welche Bereiche unbedingt versichern?

Neben den Pflichtversicherungen wie Haftpflicht und Motor bezogene Abgaben kommen beim Wohnmobil (und Wohnwagen) noch folgende Bereiche hinzu:

  • Elementarereignisse wie Hagel und Sturm, Blitz, Hochwasser und Steinschlag sowie Schneedruck
  • Brand des Fahrzeuges
  • Explosion des Fahrzeuges
  • Diebstahl des Wohnmobils samt Inhalt
  • Raub und Einbruch ins Wohnmobil
  • Unbefugter Gebrauch durch betriebsfremde Personen
  • Tierschäden aller Art
  • Unfall und Vandalismus
  • Parkschaden
  • Glasbruch für Scheiben
  • Selbst verschuldete Unfallschäden

Gleichzeitig sollte man sich noch die Frage stellen, wie es mit dem Auslandsschutz, eventuellen Kosten für Pannenhilfe und Reiserücktransport in Notfällen aussieht. Schließlich fährt ein Wohnmobil ja nicht ausschließlich vor der Haustüre spazieren. Also Achtung! Meist sind in Mitgliedschaften von Autofahrerclubs diese Kosten mitversichert. Abklären sollte man diese Punkte trotzdem, ob im Schadensfall ein solcher mit dem Wohnmobil inkludiert ist. Auch sollte man darauf achten, auf welche Reiseländer sich die Versicherung bezieht.

Diebstahl

Wohnmobil versichernWird ein Wohnmobil gestohlen und der Dieb übergibt den Schlüssel des Fahrzeuges an einen Komplizen, der damit weiterfährt, dann handelt es sich bei dieser Schlüsselübergabe und Weiterfahrt nicht um Diebstahl, sondern um einen unbefugten Gebrauch durch betriebsfremde Personen.

Alles klar also? Diebstahl ist nicht gleich Diebstahl. Deswegen den unbefugten Gebrauch mitversichern! Sonst könnte man durch die sprichwörtliche Röhre blicken, wenn nur der weiterfahrende Komplize gefasst wird. Weil sich durch die Schlüsselweitergabe der Tatbestand ändert.

Tierschäden

Das Womo steht am Parkplatz, der Marder hinterlässt seine Knabberspuren. Die Bordtechnik ist im sprichwörtlichen A…. Folglich gilt: Marderbiss ist nicht gleich Marderbiss. Oft werden Folgeschäden durch den Marderbiss von der Versicherung nicht gedeckt.

Wohnmobil versichernFür Wohnmobile könnte es Ausnahmen geben, was die Versicherung von Tierschäden betrifft. Also auch hier genau hinschauen und Tierschäden aller Art versichern. Vor allem dann, wenn der Marderbiss mit einer bestimmten Summe gedeckelt ist, die bei weitem nicht allfällige Schäden/Folgeschäden an der Bordtechnik zu decken vermag.

Übrigens, Haarwild-Schäden sind Schäden mit richtigem Haarwild (Reh, Hirsch,…). Schäden mit Hunden sind vom Haarwild-Schaden ausgenommen. Wenn wir also im Ausland unterwegs sind, und es läuft dir ein Hund vors Auto, dann kann der Schaden bei klassischer Haarwild-Schadensdeckung nicht übernommen werden.

Glasbruch

Wohnmobil versichernJetzt wird man meinen, der Glasbruch sei eine Routineangelegenheit. Dem ist leider nicht so. Fährst du nämlich einen Vollintegrierten, reden wir im Schadensfall von ganz anderen Dimensionen als bei herkömmlichen PKW-Scheiben. Frontscheiben bei vollintegrierten Wohnmobilen sind weitaus größer und kostenaufwändiger. Auch deren Tausch kann höhere Kosten als im Regelfall verursachen. 😉

Inhalt des Fahrzeuges, Hausrat

Habt ihr schon einmal zusammengerechnet, welchen Wert euer Reiseequipment beträgt? All das Zeugs, das man mit dem  Wohnmobil so durch die Gegend kutschiert. Dabei gerät man leicht ins Staunen. Schließlich machen es die vielen kleinen Dinge aus, die im Womo Platz finden und auch Geld kosten.

  • Campingmöbel
  • Kabelrolle, Reservekabel für Landstrom
  • Griller
  • Bettdecken und spezielle Matratzen
  • Laptop, technische Geräte wie Kamera
  • Fahrräder und Sportgeräte
  • Werkzeug
  • Auffahrkeile usw.

Fakt ist: Liste machen, den Gesamtwert des „Inhaltes“ deines Wohnmobils addieren und erst danach den passenden Versicherungsschutz wählen.

Sonderausstattung/Zubehör

Zusatzausstattung technischer Art ist meist nicht im Hausrat oder der Versicherung fürs Fahrzeug enthalten. Wird also im Nachhinein noch etwas eingebaut, sollte diese Sonderausstattung oder das Zubehör versicherungstechnisch berücksichtigt werden.

Wohnmobil versichernSoll heißen:

Knallst du dir eine SAT-Anlage aufs Dach, oder eine Zusatzheizung ins Auto, solltest du sie auch mitversichern. Selbiges gilt für Solaranlagen oder zusätzliche Stromversorgung, für eine Reisewaschmaschine in der Heckgarage, für Kommunikationstechnologien usw. Alles, was man zusätzlich einbauen kann, ist meist nicht in der Grundversicherung enthalten und muss gesondert angegeben werden. Spätestens dann, wenn du die Sachen eingebaut hast.

Christian SchöneggerChristian Schönegger, Gebetsroither Partner in Hagenbrunn bei Wien:

„Man soll schon darauf achten, dass sich der Versicherer mit dem Metier auskennt und auseinandersetzt. Reisemobile haben beispielsweise deutlich weniger Schäden als ein PKW, der im Alltagsgebrauch steht. Die Schadenquote ist geringer. Das wissen Versicherer, die sich mit der Materie auskennen.“

Welche Vergünstigungen könnten wirken?

Man sieht, es kommen Kosten für Versicherungen auf einen zu, die über eine klassische Kasko hinaus gehen. Also gilt es auch zu sparen, wo es möglich ist. Dafür haben wir für euch ein paar Tipps recherchiert.

  • Unfall freie Jahre werden auch bei der Versicherung von Wohnmobilen berücksichtigt.
  • Das Womo mit Wechselkennzeichen anmelden. So zahlt man nur für das PS-stärkere Auto.

„Ab 2018 soll auch die Autobahn-Vignette elektronisch buchbar sein. Hat man sein Wohnmobil mit Wechselkennzeichen gemeldet, benötigt man dann auch nur eine Autobahn-Vignette, da diese ja aufs Kennzeichen gebucht wird.“ (Christian Schönegger)

  • Alle Fahrzeuge bzw. Versicherungsvarianten bei einem Anbieter versichern. Packages damit nützen.
  • Bei Wohnwagen kann es sein, dass Versicherer besondere Angebote für GFK-Karosserien im Programm führen.
  • Rabatte können von Versicherern aufgrund der Mitgliedschaften bei Automobilclubs oder Campingclubs gewährt werden. Einfach danach fragen!
  • Mit einem Makler zusammenarbeiten, der sich mit dem Versichern von Wohnmobilen auskennt und damit günstige Tarife vermitteln kann.

Selbstbehalt und Totalschaden

Auch die Höhe des Selbstbehaltes sollte man sich genau durchrechnen. Je geringer der Selbstbehalt, desto höher die Prämien. Rechenstift in die Hand nehmen und vergleichen, ob ein eventuell höherer Selbstbehalt nicht sogar gerechtfertigt ist.

Stichwort Totalschaden. Achtung Falle! Manche Vollkasko-Angebote ersetzen nicht den Neuwert des Fahrzeuges bei einem Totalschaden, sondern ausschließlich den Zeitwert. Will man den Neuwert ersetzt bekommen, kann man das oftmals mit einer zusätzlichen Vereinbarung regeln. Das ist ein Argument bei Wohnmobilen, deren Neuwert meist ab 55.000 Euro ansetzt.

Renate Moser von unserem Franchisepartner in Timelkam bei Vöcklabruck meint:

„Wir sagen immer zu den Kunden, dass sie ihr Mobil oder ihren Wohnwagen  2-3 Jahre Vollkasko versichern sollten, und dass sie das Mobil auf Wechselkennzeichen anmelden sollen. Dann bezahlen sie die Versicherung für das PS stärkere Fahrzeug.“

Wie wir das Wohnmobil versichern würden

Wäre die Redaktion mit eigenem Wohnmobil unterwegs, würde ich diesem immer eine Vollkasko gönnen. Handelt es sich um ein gut erhaltenes und älteres, gebrauchtes Fahrzeug, käme dafür ebenfalls zumindest eine Teilkasko mit Zusatzpaketen in Frage.

Es fährt mir persönlich einfach viel zuviel Geld mit einem solchen Fahrzeug durch die Gegend. Und schließlich will auch ich nicht „bankrott sein“, wenn etwas passieren sollte.

Fazit

Wir würden unser eigenes Womo mit Vollkasko für die ersten paar Jahre versichern lassen, und dann auf eine gut durchdachte Teilkasko umstellen. Oder auf einen günstigeren Tarif wechseln. Und natürlich würden wir mehrere Angebote einholen und nach Versicherern Ausschau halten, die sich mit der Materie tatsächlich auskennen. Eventuell sogar mit einem spezialisierten Makler zusammenarbeiten. Damit sind günstige Versicherungspakete schon beinahe garantiert.

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Anmerkung der Redaktion: Alle Angaben ohne Gewähr.

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